Kloster Mariastein

Nicht weit von uns entfernt, nur ca. 30 Minuten mit dem Auto, befindet sich in der Nordwestschweiz das Benediktinerkloster Mariastein. Von dem hatte ich schon viel gehört, u. a., dass es ein ganz besonderer Kraftort sei, war aber noch nie dort gewesen.

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Blick vom Tal

Letzten Sonntag nutzten wir das sonnige Wetter und fuhren in den Wallfahrtsort Mariastein gleich hinter der französischen Grenze im Leymental. Am Ortsrand parkierten wir auf dem erstaunlicherweise kostenlosen Parkplatz und liefen in wenigen Minuten zu der unter Denkmalschutz stehenden Klosteranlage.

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Zuerst besuchten wir die grosse Klosterkirche, deren Innenraum sehr beeindruckend war. Mir persönlich gefielen vor allem die Decken- und Wandgemälde.

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Das 1648 erbaute Kloster hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Die grosse Blütezeit der Wallfahrt und des Klosters wurde 1798 durch die französische Besetzung beendet, 1802 bekamen die Mönche das zerstörte Kloster zurück, die Klosterschule wurde wieder eröffnet. Knapp 70  Jahre später wurde das Kloster durch den Kulturkampf aufgehoben, die meisten Mönche wurden ausgewiesen und fanden in Frankreich vorübergehend eine neue Heimat. Wenige durften in Mariastein bleiben und die Wallfahrt aufrecht erhalten. 

Die Schweizer Mönche in Frankreich mussten 1906 das Land wieder verlassen und gründeten in Bregenz ein neues Kloster, das aber 1941 von den Nazis liquidiert wurde. Die Mönche wurden des Landes verwiesen und durften dank der Regierung des Kantons Solothurn im Kloster Mariastein Asyl nehmen. Durch eine kantonale Volksabstimmung im Jahr 1970 wurde das Kloster öffentlich-rechtlich wieder anerkannt. Danach konnte die Klosteranlage  saniert und erneuert werden.

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Das Besondere an der Klosteranlage ist aber die Gnadenkapelle, die man seitlich der Klosterkirche über 59 Stufen erreicht.

Deren Geschichte geht auf das Ende des 14. Jahrhunderts zurück. Laut Legende soll ein Kind über die Felsen in die Tiefe gefallen und von der Gottesmutter Maria gerettet worden sein. Als Dank wurde eine Naturhöhle in eine Kapelle umgewandelt.

Diese Höhlenkapelle liegt unterhalb der Klosterkirche. Auf dem Weg abwärts kommt man an vielen Dankestafeln vorbei, die zeigen, dass noch viele an Wunder durch Maria glauben.

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In der Kapelle suchen viele die Stille, um zur Ruhe zu kommen und die manchmal laute Welt für eine Weile hinter sich zu lassen. Viele Pilger aus aller Welt kommen heute noch hierher.

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rechts das Gnadenbild aus dem 17. Jahrhundert, links ein Sakramentsaltar von 1645

Auf dem Rückweg nach oben warfen wir noch einen Blick in die Siebenschmerzenkapelle, eine oberirdische Kapelle zwischen Gnadenkapelle und Klosterkirche, die im Gedenken an ein zweites Felsenwunder im Jahr 1541, errichtet worden war und…

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Decke der Siebenschmerzenkapelle

…in einen Teil der Gruft.

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Der Ausflug dorthin war wirklich sehenswert.
Und wieder einmal musste ich denken, dass die Ziele in der Nähe oft übersehen werden und das völlig zu unrecht !

Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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4 Antworten zu Kloster Mariastein

  1. cablee schreibt:

    Eine beeindruckende Anlage, Karin! Und so gut erhalten bzw. restauriert.

  2. Labby schreibt:

    Eine schöne Klosteranlage und für euch so nah. Diese scheint auch sehr groß zu sein. Ja ich glaube, dort und in der Umgebung gibt es viel zu sehen. Gruss Wolfgang

  3. Klausbernd schreibt:

    Ich bin dort auch ‚mal gewesen, als ich einen Vortrag in der Nähe hielt. Der Buchhändler entführte mich dorthin. Du hast den Ort bestens dokumentiert. Dankeschön!
    Mit lieben Grüßen vom Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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