Redu, ein Dorf voller Bücher

Auf dem Weg an die Nordsee im vergangenen Sommer machten wir ca. 120 Kilometer vor Brüssel in einem kleinen Dorf in den Ardennen (südliches Belgien) einen ersten Stopp zum Übernachten. Mehr aus Zufall waren wir auf einen kleinen Stellplatz ausserhalb des Ortes Redu gestossen. Eigentlich wollten wir noch ein Stück weiter fahren Richtung Brüssel, aber beim Stöbern im Stellplatzführer fand ich noch einen früheren Platz als den, den wir ursprünglich anfahren wollten. Wir dachten anschauen kann man ihn sich ja mal, er lag ja am Weg. Und das sollte sich als die beste Entscheidung herausstellen.

Wir verliessen die Autobahn E411 (Ausfahrt 24) und erreichten nach ca. 3 Kilometern den Ortsrand von Redu. Dort lag der Stellplatz auf der linken Seite, direkt neben einer kleinen Gärtnerei.

P1000237_Bildgröße ändern

2 Wohnmobile und ein Auto mit Wohnwagen standen schon dort, aber es war noch Platz genug. Wir fuhren an die hintere Begrenzung und hatten eine schöne Sicht auf einen Pferdeunterstand mit Weide und kleinere Gärtchen.

Der Platz war absolut ruhig, auch nachts. Am nächsten Morgen beim Aufstehen standen insgesamt 10 Wohnmobile dort, aber auch dann war er nicht voll belegt. Es war ein einfacher Platz, der ausser Müllentsorgung nichts bot, aber zum Übernachten auf dem Weg in den Süden oder Norden ideal. Man sollte sich unbedingt auch genug Zeit nehmen, um den Ort anzusehen ! Es lohnt sich !

Abends nach der Ankunft erkundeten wir den kleinen Ort, der einen sehr einladenden und ansprechenden Eindruck machte.

P1000238_Bildgröße ändern

P1000239_Bildgröße ändern

Überrascht entdeckten wir nach wenigen Metern schon das erste Antiquariat etwas versteckt in einer alten Scheune. Je weiter wir liefen, um so mehr Bücherläden fanden wir.

P1000244_Bildgröße ändern

Auch in den Seitengässchen gab es einige davon. Das hat mich sehr beeindruckt, so entdeckten wir per Zufall ein Kleinod von Dorf, das ganz sicher einen oder mehrere Besuche wert ist !

P1000245_Bildgröße ändern

P1000246_Bildgröße ändern

Die kleinen Restaurants waren sehr einladend. Der Andenkenladen am anderen Ende des Dorfes schloss leider schon, der Abend war ja auch schon fortgeschritten. Dort hätte man neben Büchern auch Himbeeren in vielerlei Art kaufen können, frisch oder als Marmelade. Sogar ein Bier mit Himbeernote wurde angeboten, aber das konnte man auch in den Restaurants bekommen.

P1000241_Bildgröße ändern

P1000243_Bildgröße ändern

Am nächsten Morgen lief ich schon sehr früh mit meinem Hund durch den Ort und schaute mir nochmal alles in Ruhe an. Die wenigen Menschen, die schon unterwegs waren, lachten freundlich als sie uns sahen und die Bäckerin in der kleinen, aber feinen Boulangerie begrüsste uns sogar auf deutsch. Keine Ahnung warum, vielleicht hatte sie mich mit Jana sprechen hören.

P1000240_Bildgröße ändern

Ich entdeckte auch noch interessante Kunsthandwerksboutiquen, die ich am Abend zuvor wohl übersehen hatte vor lauter Bücher 😉

Habe mich dann informiert über Redu und erfahren, dass dieser Ort in den 70er Jahren fast entvölkert war. Ein Journalist hatte dann die Idee genau dort ein Bücherdorf nach dem Vorbild eines walisischen Dorfes aufzubauen und dafür die leerstehenden Scheunen, Ställe und Werkstätten für das Anbieten von Secondhand-Bücher zu nutzen. 1984 begann damit der Aufschwung des Dorfes. Waren es anfangs nur einige Tausend, die die Bücherausstellungen besuchten, so sind es heute Zehntausende von Besuchern pro Jahr in einem Dorf, das nur ca. 400 Einwohner zählt. Mehr als 20 Antiquariate und Buchhandlungen bieten eine grosse Auswahl an Büchern hauptsächlich in französischer Sprache, aber auch in englisch und deutsch. Jeder Laden hat sein eigenes Spezialgebiet, es lohnt sich also allen Läden einen Besuch abzustatten. Übers Osterwochenende findet jedes Jahr das Fest des Buches statt und am 1. Samstag im August eine Büchernacht. Zu diesen Anlässen werden auf den Bürgersteigen und Scheunen zahlreiche zusätzliche Bücherregale aufgestellt.

Redu ist inzwischen weltberühmt als Bücherdorf, bin echt froh, dass ich es durch Zufall jetzt kennenlernen durfte !

Advertisements

Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
Dieser Beitrag wurde unter Belgien, unterwegs abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Redu, ein Dorf voller Bücher

  1. karu02 schreibt:

    Danke fürs Bekanntmachen mit diesem Dorf. Alles sieht sehr ansprechend aus, ich würde es auch gerne mal besuchen…

  2. rotewelt schreibt:

    Wenn sogar Bücher noch für den Aufschwung eines Dorfes sorgen können, ist die Welt ja noch nicht verloren. Außerden scheint Redu wirklich ein hübscher Ort zu sein. Danke für diese Geschichte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s