Jagdanlage Rieseneck

Bei meinem letztjährigen Besuch in Thüringen bekam ich vor der Rückreise als Geschenk eine DVD über die Geschichte der Jagdanlage Rieseneck mit und das Versprechen diese Anlage in Natura zu besuchen beim nächsten Mal. Und jetzt war es soweit.

Die Anlage befindet sich mitten im Wald nahe des Dorfes Hummelshain im Saale-Holzland-Kreis und ist heute ein Kulturdenkmal.

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Die ursprüngliche Anlage aus dem 16. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert erweitert und von den Herzögen von Sachsen-Gotha-Altenburg repräsentativ ausgebaut. Diese benutzen die Anlage bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Seit 1987 kümmert sich der Freundeskreis Rieseneck um die Wiederherstellung und den Erhalt der historischen Jagdanlage.

Es war schon sehr warm Ende Mai und so war der Spaziergang durch den schattigen Wald mit den Hunden genau das Richtige.

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Zuerst kamen wir an den Herzogsstuhl. Dieser wurde erst Anfang des 20. Jahrhundert als privater Rückzugsort für den Herzog gebaut. Heute kann man diesen Turm für private Anlässe mieten.

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Der Turm liegt sehr romantisch inmitten des Waldes und ich kann mir gut vorstellen, dass der Herzog sich dort erholen konnte.

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Weiter ging es Richtung der eigentlichen Jagdanlage.

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Wir kamen an einer schönen, grasbewachsenen Lichtung vorbei, die allerdings, nachdem mir meine Begleiter erzählt hatten, dass dorthin das Wild angelockt wurde, um es dann aus den verborgenen Pirschgängen rundherum zu erschiessen, für mich viel von ihrer Idylle verlor.

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Man hatte das Rotwild mit Futterplätzen und Salzlecken an diesen Platz und auch an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Es gab sogar ein Blasehaus im Bereich der Pirschgänge. Sein Name rührt daher, weil der Wildwart von dort aus mit einem Hornsignal das Wild über die Fütterung informierte. Das Futter lagerte im Erdgeschoss des Gebäudes. Das Wild durchschwamm anscheinend sogar die Saale, um an diesen reich gedeckten Tisch zu gelangen.

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Die Mauern zu beiden Seiten des Blasehauses dienten den Jägern als Sichtschutz. Sie erreichten so unbemerkt die Pirschgänge. Dort wurde dem Wild aufgelauert, zur Beobachtung, meistens aber zum Erlegen.

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Pirschgang

 

Einer der beiden unterirdischen Gänge war begehbar, es war stockdunkel darin, aber Jana lief mutig mit mir hindurch. Das ganze war auch für sie ein Abenteuer.

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Anschliessend ging  weiter zu einer grösseren Lichtung. Dort stand das ‚Grüne Haus‘ in dem die Jagdgäste beherbergt worden waren.

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In der Wagenremise mit Heuboden wurden die Kutschen und Pferde der Gäste untergebracht.

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Der Wildwart und seine Helfer wohnten im ‚Blockhaus‘.

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Nach einer kleinen Rast, das sehr warme Wetter machte durstig, ging es zum Parkplatz. Das ganze war ein schöner und sehr interessanter Rundweg. Aber ich bin echt froh, dass diese Anlage heute nur noch der Erholung dient und nicht mehr dem ursprünglichen Zweck.

Auf dem Rückweg in die Stadt machten wir noch einen kleinen Abstecher zum ‚Neuen Jagdschloss Hummelshain‘. Das war die Jagd- und Sommerresidenz der Herzöge von Sachsen-Altenburg und dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. Es diente auch den  Jagdgästen des Hochadels als Quartier.

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Leider ist das Jagdschloss zur Zeit nicht im besten Zustand, anscheinend wird nach einer Lösung gesucht. Der Innenbereich, der bei unserem Besuch geschlossen war, wird aber für verschiedene Anlässe geöffnet.

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Das letzte Bild zeigt eine Statue im Schlosspark. Irgendwie stimmte sie mich traurig. Es schien mir, als ob der Hirsch um seinen toten Kameraden trauerte und seinen Schmerz hinausschrie…..

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Den restlichen Tag verbrachten wir gemütlich im Garten über der Stadt. Am nächsten Tag sollte es wieder heimwärts gehen.

Es waren wieder wunderschöne erholsame Tage und ich weiss jetzt, dass auch die lange Autofahrt dorthin entspannt zu schaffen ist.

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Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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