Lac Souterrain de Saint-Léonard

Während unseres Kurzurlaubes in der Schweiz besuchten wir im Wallis den grössten natürlichen unterirdischen See Europas. Er liegt in St. Léonard im französisch-sprachigen Teil zwischen Sion und Serre.

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Saint Léonard

 

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Blick vom Eingangsbereich der Höhle

 

Die Grotte war den Bewohnern von St. Léonard schon lange bekannt, aber erst 1943 wurde sie vom Höhlenforscher Jean-Jacques Pittard erforscht. Damals reichte der Wasserspiegel bis fast an die Decke. Durch ein starkes Erdbeben 1946 entstanden Risse in der Höhlenwand, durch die ein Teil des Wassers abfloss und der Wasserspiegel des Sees sank. Dadurch konnte die Höhle 1949 für Besucher zugänglich gemacht werden. Es werden geführte Bootsfahrten angeboten.

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Ausstellungsraum nach der Kasse

 

Wir waren am frühen Vormittag bei der Höhle und konnten schon nach einer kurzen Wartezeit an der zweiten Bootstour des Tages teilnehmen. Die Gebühr von 10,– CHF pro Person fand ich angemessen. Der Führer, ein junger Mann, der das in der Freizeit als Ferienjob macht, erklärte alles sehr kompetent in 3 verschiedenen Sprachen.

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Der See misst 300 Meter Länge und 20 Meter Breite, an der breitesten Stelle ist er 29 Meter breit. Die Gesamtfläche beträgt 6000 Quadratmeter. Die Temperatur in der Grotte beträgt Sommer und Winter 15 Grad, die Wassertemperatur konstant 11 Grad. Mit ausgesetzten Forellen wird die Qualität des Wasser überprüft. Die Fische schienen sich sehr wohl zu fühlen, man konnte sie im glasklaren Wasser munter umherschwimmen sehen.

Die Höhlenwände weisen verschiedene Gesteinsarten wie Gips, schiefer und Marmor auf, der Boden des Sees besteht aus eisenhaltigem Lehm.

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Bei starkem Regen fliesst Wasser durch verschiedene Kamine in Form von Wasserfällen in den See. Durch die Risse fliesst es aber auch wieder ab, so dass die Wasserhöhe des Sees konstant bleibt.

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Die an der Höhlendecke sichtbaren Gebirgsanker stammen von aufwendigen Sanierungen, die nach der Ablösung eines 2 Tonnen schweren Felsblocks von der Decke im Winter 2000 nötig waren, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Nach 3 Jahren konnte die Höhle 2003 wieder für Besucher geöffnet werden. All das erzählte uns der Bootsführer.

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Am hinteren Ende des Sees ist die Grotte saalmässig erweitert. Neben einem Holzfass befindet sich eine kleine Statue der Heiligen Barbara auf dem über dem Wasserspiegel liegenden Fels.

Wegen der sehr guten Akkustik dort finden zu bestimmten Zeiten Höhlenkonzerte statt. Das muss ein ganz besonderes Erlebnis sein.

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Auf der rechten Seite des Seeendes entdeckten wir herabgestürtzte Felsbrocken. Dahinter befinden sich weitere kleine Höhlen, aber alle über dem Wasserspiegel im trockenen Fels. Sie wurden 1956 entdeckt, sind aber für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das Boot fuhr den gleichen Weg wieder zurück zur Anlegestelle und dann ging es über die Eisentreppe wieder hinauf ans Tageslicht.

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Es war ein sehr interessanter halbstündiger Ausflug in die Unterwelt, der auch für Durchfahrende zu empfehlen ist. Die Höhle ist von Mitte März bis Anfang November täglich zwischen 9.00 und 17.00 Uhr geöffnet.

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Über traeumerleswelt

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4 Antworten zu Lac Souterrain de Saint-Léonard

  1. karu02 schreibt:

    Davon wusste ich gar nichts. Danke für den Bericht. Schöne Fotos hast Du von dort mitgebracht.

    • traeumerleswelt schreibt:

      kannte den See vorher auch nicht, mein Partner hatte mal davon gelesen und so packten wir die Gelegenheit bei der kleinen Urlaubsfahrt beim Schopf 🙂
      Das Wallis ist leider zu weit weg für einen Tagesausflug, dabei ist es wirklich wunderschön dort !

  2. kormoranflug schreibt:

    Interessanter See. Hattest Du keine Angst?

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