Verzascatal

Schon lange war es mein Wunsch mal wieder das Verzascatal im Schweizer Kanton Tessin zu besuchen, aber irgendwie hatte es nie geklappt. Zwei Versuche in verschiedenen Sommern scheiterten daran, dass sich kilometerlange Autoschlangen schon am Anfang des Tales gestaut hatten.

Letztes Wochenende starteten wir kurz entschlossen einen neuen Versuch. Wir waren schon am späten Vormittag im Tessin und das Wetter war wechselhaft, also gute Voraussichten, dass nicht allzu viele Touristen den gleichen Weg nehmen wollten.

Das Verzascatal ist ein wildes und ursprüngliches Tal. Es liegt nördlich des Lago Maggiore. Der Fluss Verzasca entspringt oberhalb des Dorfes Sonogno (das gleichzeitig der Endpunkt der Fahrstrecke ist, man muss also den gleichen Weg wieder zurück fahren). Am Talausgang wird der Fluss gestaut und bildet den Lago di Vogorno, bevor er in der Magadinoebene nahe des Ticino in den Lago Maggiore mündet.

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Wir fuhren über Bellizona nach Gordolo, wo oberhalb des Ortes das Tal beginnt. Als erstes fiel uns die riesige Staumauer ins Auge, aber je höher wir kamen, um so weniger störte sie das Gesamtbild. Vom Stausee selber konnte ich leider keine Fotos machen, weil gerade dann der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte. So schön kam er mir gar nicht vor, was vielleicht aber auch an dem grau in grau des Wetters lag.

Dann kam endlich der eigentliche Fluss in Sicht, gleichzeitig liess der Regen nach und hörte kurz darauf sogar ganz auf. Und plötzlich kam die Sonne raus. In Lavertezzo hielten wir auf einem der zahlreichen Parkplätze an, um uns die römische Doppelbrücke Ponte dei Salti näher anzusehen. Genau so hatte ich sie in Erinnerung.

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Weiter ging es durch die idyllischen Dörfer mit den typischen Verzascahäusern, auch Rustici genannt.

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Diese wurden aus grauem Stein erbaut und die Dächer mit schweren Steinplatten gedeckt. Eine Besonderheit ist auch die aus Platzgründen aussen angebrachte Treppe ins Obergeschoss, zumindest bei den alten nicht renovierten Häusern.

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Am Ende des Tales parkierten wir ausserhalb von Sonogno auf dem grossen Parkplatz, das Dorf selber ist autofrei. Es gibt hier auch einen schönen Stellplatz für Wohnmobile mit Toiletten, Ver- und Entsorgung (habe Hinweisschilder auf andere Stellplätze aber auch unterwegs in anderen Dörfern gesehen).

Von hier aus könnte man schöne Wanderungen in alle Richtungen machen, aber da wir am gleichen Tag wieder nach Hause fahren mussten beschränkten wir uns auf eine Erkundung des wirklich sehenswerten Dorfes Sonogno.

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Wir hatten Glück, es waren erst wenige Menschen unterwegs und so konnte man die Eindrücke so richtig geniessen. Das Dorf ist sehr idyllisch, einfach nur schön. Und so viel hatte sich in all den Jahren gar nicht verändert.

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Sehr gut gefielen mir auch die typischen Pergolas im Tessinger Stil mit den Sitzgruppen aus Stein.

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Ich erinnerte mich an ein Grotto hinter dem Dorf, schön am Waldrand gelegen.

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P1150459_Bildgröße ändernZiegen am Berghang auf dem Weg zum Grotto

Und wirklich, das gab es noch. Es war Mittagessenszeit und also nichts wie hinein 🙂 Es war inzwischen modernisiert worden, aber der rustikale Charakter war erhalten geblieben. Im Ofen brannte ein Holzfeuer und es war sehr gemütlich. Wir waren die ersten Gäste, aber so nach und nach füllte es sich. Inzwischen hatte draussen auch wieder der Regen eingesetzt. Natürlich bestellte ich eine Tessiner Polenta mit warmem Käse. Man hätte auch Rinderbraten dazu haben können, aber Käse aus der Gegend war mir lieber. Mein Partner liess sich eine Bergkäseplatte schmecken. Dazu gab es zumindest für mich als Beifahrerin einen Becher Rotwein serviert im typischen Geschirr.

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Man hätte ewig dort sitzen bleiben können, alle waren sehr freundlich und zugänglich. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, dass das Grotto immer von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet hat. Juli und August sei es immer sehr voll, die anderen Monate entspannter und angenehmer für die Gäste. Das Grotto hatte für Schweizer Verhältnisse sehr angenehme Preise, es ist also in jeder Hinsicht empfehlenswert ! Gäste des Grotto dürfen sogar auf Nachfrage mit dem Auto bis zum Parkplatz nebenan fahren.

P1150466_Bildgröße ändernvor dem Grotto – leider bei Regen

Auf dem Rückweg schien wieder die Sonne und so gab es noch die eine oder andere Gelegenheit um Fotos zu machen.

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Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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