Das Schächental im Kanton Uri, Schweiz

Eigentlich warteten ja 5 Ster Holz darauf gestapelt zu werden, aber 34 Grad schwüle Hitze in der Rheinebene waren nicht eben die besten Voraussetzungen dazu.

In den Bergen musste es doch bei diesen Temperaturen viel angenehmer sein.

Eine frühere Arbeitskollegin hatte mir bei einem Treffen von einer schönen Wanderung im Schächental erzählt und diese klang sehr vielversprechend. Also entschieden wir uns gegen die Arbeit und für das Erkunden eines zumindest für mich unbekannten Gebietes.

Das Schächental ist ca. 1 ¾ Autostunden von Basel entfernt. Es liegt im Schweizer Kanton Uri und ist ein Seitental der Reuss. Am Ende des Tales liegt der Klausenpass.

Wir fuhren über Luzern und Altdorf und folgten der Strasse Richtung Klausenpass bis in das kleine Dorf Ribi, das nur aus wenigen Häusern besteht. Dort starteten wir unsere Wanderung.

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Es ging immer am Schächen entlang, ein Weg mitten in der Natur. Das Rauschen des Bergbaches begleitete uns, frei laufende Ziegen und Kühe kreuzten unseren Weg, aber nur sehr selten einzelne Wanderer.

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Am Berghang Richtung Passhöhe sahen wir kleine Häuschen zu denen kein Weg führte, Lasten kamen nur durch eine kleine Seilbahn dorthin.

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Nach ca. 1 Stunde erreichten wir den Ort Aesch auf 1239 Meter Höhe. Der Weg dorthin wies nur wenige leichte Steigungen auf.                                                                                         In Aesch begegnete uns als erster und auch einziger Mensch so ein richtiges Urgestein.

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Die Talstation, der auf der Karte eingezeichneten Bergbahn hoch zur Oberalp sah ruhig und verlassen aus. Ich fragte den inzwischen heran gekommenen Urner ob die Bahn überhaupt fahre. Ja, ja meinte er, man müsse einfach oben anrufen, dann würden sie die Kabine runter schicken. Ich solle einfach in die Station hinein gehen, da hinge ein Telefon.

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Gesagt getan, den Dialekt verstand ich nur schwer, aber ich hörte heraus, wenn die Bahn käme solle man einfach einsteigen. Es hätten aber nur 3 Personen Platz darin. Das war ja kein Problem, wir waren nur zu zweit mit Hund. Als die Kabine langsam herunter kam trauten wir unseren Augen kaum, da kam eine einfache Holzbahn, wie es sie wohl schon vor langer Zeit gegeben haben muss.

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Wir stiegen ein und harrten der Dinge, die da kommen sollten und wirklich bewegte sich die Bahn nach ein paar Minuten nach oben. Sie schwankte leicht und mir wurde etwas mulmig. Auch das Schild darin, bei Störungen Ruhe zu bewahren und eine angegebene Handynummer anzurufen, beruhigte mich nicht wirklich. Aber ich lenkte mich mit fotografieren ab, der Ausblick in die Runde war wirklich wunderschön.

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Erst als wir fast oben waren entdeckte ich einen Spruch an der Innenseite der Tür der Kabine, anscheinend soll bei ca. 80 Schweizer Bergbahnen Poesie von Schweizer Schriftstellern auf diese Art verbreitet werden.

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Oben angekommen wurden wir von einem netten Herrn in Empfang genommen. Die Fahrt kostete insgesamt 14,– Schweizer Franken, aber das war das Abenteuer, mit so einer urigen Bahn zu fahren, allemal wert.                                                                                  Da muss man so alt werden, um so etwas erleben zu dürfen 🙂

Die Oberalp liegt auf 1842 Metern.

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Es gibt ein historisches Alphüttenmuseum, die Hütte stammt aus der Zeit um 1800 und war vor der Sanierung Wohn- und Arbeitsstätte einer Bergbauernfamilie. Diese Familie lebt jetzt in einer neuen Hütte gleich nebenan.                                                                       Dieses Mal besuchten wir das Alphüttenmuseum nicht, aber wir wollen im nächsten Jahr oder vielleicht auch schon Ende Sommer wiederkommen und das dann nachholen.

Von der Oberalp wollten wir bis Wannelen (1630 Meter hoch) laufen und danach mit der dortigen Bergbahn wieder hinunter zum Ausgangspunkt in Ribi.

Ich fragte den Mann an der Bergstation Oberalp ob der Weg dorthin gut begehbar sei. Er meinte kein Problem und so liefen wir los. Nach der nächsten Biegung wurde der Weg sehr schmal und rechterhand war nur der Abgrund. Das wurde die nächste Mutprobe für mich, muss ehrlich sagen, mir war sehr unwohl dabei. Dazu waren Teilstücke durch kleine Wasserrinnsale nass. Aber ich schaffte es.

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Nach diesem ersten für mich emotional anstrengenden Teil, wurde der Weg zwar noch nicht breiter, aber der Abgrund war viel weiter weg. So machte es richtig Freude durch diese sehr schöne Gegend zu laufen.

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Alle paar Meter änderte sich der Ausblick, es war einfach beeindruckend und das mulmige Gefühl am Anfang war schnell vergessen, man konnte einfach nur geniessen.

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Hatte man auf dem Weg unten die ganze Zeit nur das laute Rauschen des Baches gehört, so hörte man hier oben die Kuhglocken und das höhere Bimmeln der Geissenglöckchen. Eine Bergwelt wie aus dem Bilderbuch.

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Einzelne Hütten lagen auf der Hälfte des Weges…..

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…….und nach gut einer Stunde kamen wir in Wannelen an.

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Dieses Dorf war etwas grösser und bot auch ein „Alpbeizli“ wo wir einkehrten und uns je eine Portion Alpkäse schmecken liessen.

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Zu dieser Alp gehörten auch drei kleine Hütten mit Massenlager.

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Den Abschiedsgruss dieser Alp im Urner Dialekt möchte ich euch nicht vorenthalten…

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Die Bergstation der Bahn nach Ribi war nur wenige Meter entfernt. Auch hier gab es nur kleine Kabinen, aber immerhin schon für bis zu 5 Personen und ein bisschen moderner war sie auch, kostete dafür aber schon 20,– Schweizer Franken für 2 Personen.

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Auch in dieser Kabine war innen ein Spruch, der mir aber etwas Mühe machte ihn zu übersetzen…

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Es war ein wunderschöner Tag, man fühlte sich fernab des Alltags mit seinen Sorgen und Problemen. Solche Tage braucht man, sie tun der Seele gut !

 

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Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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4 Antworten zu Das Schächental im Kanton Uri, Schweiz

  1. Katja schreibt:

    Was für ein schöner und abenteuerlicher Ausflug! Herrliche Bilder hast du mitgebracht und mir ist beim Gedanken an die Seilbahn und den schmalen Weg sogar beim Lesen ein bisschen mulmig geworden. Ich bin, gerade was Höhe angeht, ein echter Hasenfuß und würde mich nicht auf solche Wege direkt am Abgrund trauen. Daher umso schöner, dass du uns hier mitnimmst und deine Erlebnisse teilst! Vielen Dank dafür. 🙂

  2. traeumerleswelt schreibt:

    bitteschön, gern geschehen ! Es war wirklich ein Abenteuer, aber ein wunderschönes ! Hoffe ich kann beim nächsten Mal mit mehr Selbstvertrauen so einen Abstieg bewältigen ! 🙂

  3. haushundhirschblog schreibt:

    Macht richtig Lust, mal aus dem Alltag auszubrechen …
    Liebe Grüße,
    dm

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