Pointe Saint Mathieu

Und dann war es soweit…wir kamen zum Pointe de St. Mathieu und meinem Lieblingsleuchtturm. 

Wir hatten das Auto in einer Parkbucht in ein paar Hundert Meter Entfernung abgestellt und liefen auf dem schmalen Klippenweg dem Leuchtturm entgegen.

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Der Pointe de St. Mathieu ist der zweitwestlichste Punkt der Bretagne, bzw. Frankreichs.
Die Felsen fallen 30 Meter steil ins Meer ab. Die Küste hier nennt man auch Bout-du-Monde…das Ende der Welt.
Bei Sturm muss das tobende Meer hier ein grandioses Schauspiel bieten.

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Was mich an diesem Leuchtturm besonders fasziniert ist, dass er in einer alten Klosteranlage steht und diesen Kontrast finde ich einzigartig.

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Der Leuchtturm wurde 1835 aus den Steinen der zu dem Kloster gehörenden Kirche Notre-Dame-des-Graces gebaut und ist 37 m hoch.
In der Zeit davor entzündeten die Mönche auf dem höchsten Turm der Klosteranlage ein Feuer für die Fischer und Seeleute und unterhielten es Tag und Nacht.
Der Leuchtturm ist heute noch in Betrieb. Seine Signale (alle 15 Sekunden ein Blitz) sind bis zu 60 km weit zu sehen.
Ausserdem gibt es noch einen zweiten kleineren Leuchtturm, der nahe der militärischen Anlage steht.

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Das Kloster hat seinen Ursprung im 6. Jahrhundert. Es wurde vom heiligen Mattieu gegründet.
Die Abtei entstand erst im 11. Jahrhundert und gewann an Bedeutung durch die Schenkung eines Schädelteils des Heiligen. Von dort an fanden jahrhundertelang Wallfahrten statt.
Das Kloster wurde immer wieder durch feindliche Seefahrer zerstört und danach von den Mönchen genau so oft wieder aufgebaut. Sie errichteten sogar einen Schutzwall um Abtei und die drum herum entstandene Stadt, der aber bei einem Angriff im 16. Jahrhundert  wieder zerstört wurde.
Im 17. Jahrhundert wurde die Abtei renoviert und blühte wieder auf.
Leider wurden während der Französischen Revolution Abtei und Kloster ausgeplündert und verkauft.
Die Kirche darin galt als eine der schönsten gotischen Kirchen der Bretagne.
Heute stehen leider nur noch Ruinen davon.

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Da sind das Mittelschiff aus dem 12. Jahrhundert noch zu erkennen sowie gotische Fenster und die Spitzbogenarkaden der Schiffe und Portale.

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Daneben steht die 1861 restaurierte Kapelle Notre-Dame-de-Grâce.

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Das Portal stammt von der ehemaligen zerstörten Pfarrkirche Notre Dame du Bout du Monde und ist aus dem 14. Jahrhundert.

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Es war ein flirrend heisser Tag, mancher suchte den kühlen Schatten der Mauern.

Das Gehen durch die Ruinen erzeugte ein eigenartiges Gefühl. Wie von selbst versuchte man leise zu gehen, um die Ruhe darin nicht zu stören. Fast sah man die Mönche noch durch die Gänge huschen.

Es ist sehr beeindruckend und ich rate jedem, der sich mal in der Nähe oder auch ein bisschen weiter weg aufhält, hierher zu kommen. Er oder sie wird es nicht bereuen !

Etwas abseits der Anlage steht ein Denkmal, das an die vielen Toten, die das Meer behalten hat erinnert.

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Es dient dem Andenken der Männer der Kriegsmarine, der Handelsschiffe  und der Fischerei, unabhängig von Rang und Namen.

An diesem Tag waren beim Mahnmal Lautsprecher aufgebaut und ein Männerchor probte wohl für einen Auftritt Seemannslieder.

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Das war besonders in dieser Umgebung ergreifend schön und unwillkürlich dachte man an all die draussen gebliebenen. Auch war mir dort mein Vater sehr nahe, spürte ihn fast neben mir stehen. Er fuhr bis zu seiner Verheiratung auch zur See und hatte da oft sehr viel Glück, dass er wieder vor Anker gehen konnte. Trennte mich nur sehr ungern von diesem besonderen Ort.

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Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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