Passhöhe Sankt Gotthard

Vergangenen Sonntag lockte das schöne Herbstwetter hinaus in die Natur.
In den Tälern hing noch der Nebel und so ging es Richtung Berge.
Meinen Freund zieht es oft in seine alte Heimat, den Kanton Uri. Die Strassen waren kaum befahren und so fuhren wir nach knapp 1 Stunde auf der Passstrasse hoch zum Sankt Gotthard.
Die meisten Urlauber Richtung Süden benutzen den Gotthardtunnel, was eigentlich schade ist.
Mit nur 20 – 30 Minuten länger fährt man locker über den Pass, mitten durch eine Mondlandschaft, zumindest mir drängt sich der Vergleich immer wieder auf.

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Es gibt noch die alte Gotthardstrasse von der Urner Seite her mit Kopfsteinpflaster und engen Serpentinen. Früher war diese noch offen und gerade mit dem Motorrad immer ein tolles Abenteuer. Heute kann man nur noch zeitweise kurze Streckenabschnitte darauf fahren.
Eine Besonderheit ist die Postkutsche, die von der Passhöhe bis hinunter nach Airolo im Tessin fährt.
Der Gotthardpass (Passo del San Gottardo) verbindet die Ortschaften Andermatt im Kanton Uri und Airolo im Kanton Tessin.
Gleichzeitig bildet er die Sprachgrenze zwischen (schweizer-)deutsch und italienisch, d.h. genau genommen ist die Kantonsgrenze kurz vor der Passhöhe.

Die Passhöhe liegt auf einer Höhe von 2106 m ü. M.
Dort liegt auch die europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Po.

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Lange Zeit war die 1830 fertiggestellte Strecke die wichtigste Nord-Süd-Querung der Alpen.
Vor dem Tunnelbau bildeten sich entlang des Vierwaldstättersees durch alle Ortschaften bis hoch auf den Pass und wieder hinunter endlose Autoschlangen. Das war eine echte Belastung für die Menschen in diesem Gebiet.
Die Passstrasse ist ungefähr vom November bis Mai gesperrt, je nach Schnee.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir oben an und waren mitten im ersten Schnee.

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Es war noch nicht viel, aber zusammen mit dem sonnigen Wetter bot sich eine schöne Kulisse.

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Wir nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang an einige der kleinen Seen dort oben,

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der grösste See beim Ospizio San Gottardo ist der Lago della Piazza.

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Dort liegt auch ein ehemaliges Sust, ein Warenumschlagsplatz zu Zeiten, als man noch mit Eseln und Maultieren den Pass überquerte. Jetzt ist dort ein Restaurant und ein Museum über die Geschichte des Passes untergebracht. Sicher sehr interessant, aber das Wetter war einfach zu schön, um sich drinnen aufzuhalten. Und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

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Aber etwas Neues der Geschichte habe ich doch dort von Tafeln erfahren. So wusste ich z. B. nicht, dass die Gotthardzölle den Habsburger als Haupteinnahmequelle dienten. Die Habsburger waren es auch, die den Ausbau des Gotthardweges in den ersten hundert Jahren förderten.  Auch neu für mich ist, dass die sogenannten Säumer auch im Winter Menschen und Waren mit von Ochsen gezogenen Schlitten über den Pass führten. Die Schlitten fassten vier mal mehr Waren wie die Maultiere im Sommer tragen konnten. Für die Reise zu Fuss brauchte man damals von Flüelen (am Vierwaldstättersee)  nach Bellizona (Tessin) ungefähr 30 Stunden.

Auf einem kleinen Felsen seitlich des Lago delle Piazza steht ein Denkmal zur Erinnerung an den russischen General Suworow, der 1799 mit seinen Truppen über den Gotthard kam, um den Österreichern im Kampf gegen Napoleon beizustehen.

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Über den St. Gotthard Pass bin ich schon öfter gefahren, mit dem Motorrad oder auch mit dem Auto, meist zum Vergnügen, manchmal auch wenn der Stau vor dem Tunnel zu lange war, aber noch nie hatte ich soviel Zeit auf der Passhöhe zugebracht.

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Das war echt ein schöner Sonntagsausflug und ich weiss jetzt einiges mehr über den Pass und seine Geschichte.

 

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Über traeumerleswelt

"Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen! Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren , aber aufgehört haben zu leben!" Mark Twain
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