Château de Ferrette

Diese Woche nutzten wir das noch trockene Wetter, um das Château de Ferrette zu besuchen. 

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Mitten in der Woche konnten wir mit wenig Menschen rechnen, dass wir gar niemandem begegneten erstaunte mich dann doch. Vielleicht lag es zum Teil auch am bedeckten Himmel und den eisigen Windböen. 

Ferrette (auf deutsch Pfirt) liegt nur 30 Kilometer von unserem Dorf entfernt im elsässischen Jura. Die Ruine des Schlosses thront über dem Ort und tauchte im Jahr 1100 zum ersten Mal in der Geschichte auf. Es ist somit eines der ältesten Schlösser im Elsass und kann eine bewegte Geschichte nachweisen.

Die Grafen von Ferrette zählten zu den mächtigsten Herrschern im Elsass. Nach dem Tod des letzten Grafen ging das Gebiet im Jahr 1324 durch Heirat in den Besitz der Habsburger über. Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss erweitert. Während des 30jährigen Krieges zerstörten es französische Truppen. Und wieder wechselte es 1777 durch eine Heirat den Eigentümer, dieses Mal ging es an die Vorfahren des Fürsten von Monaco. Noch heute kann sich Fürst Albert II. auch Graf von Ferrette nennen.

Das Dorf besteht aus zwei Teilen, dem ältesten Teil Vieux Ferrette, das wenige Kilometer vom Schloss entfernt liegt und Ferrette, direkt unter der Burg.

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Wir parkierten unterhalb der Burg und liefen nach oben zur Ruine. Der Weg war teilweise sehr abschüssig und glatt, besonders innerhalb der alten Burgmauern. Deshalb hielten wir uns sicherheitshalber an die Hauptwege, obwohl sicher noch einiges Verborgenes zu entdecken gewesen wäre.

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Die Ausblicke von dort oben ins Umland waren sehr schön. Wäre es nicht bewölkt gewesen, hätte man bis zum Schwarzwald hinüber schauen können. 

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Aber auch die Blicke Richtung Jura waren eindrücklich.

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P1040532_Bildgröße ändernBlick hinunter auf Ferrette, die Kirche im Hintergrund gehört zu Vieux Ferrette.

In der Nähe hätte man noch eine Zwergenhöhle, die Grotte des Nains, besuchen können. Aber diesen Besuch heben wir uns für später auf, vielleicht im Frühjahr, wenn die Wege und Pfade wieder besser begehbar sind.

Auf dem Rückweg kamen wir an der katholischen Kirche St. Bernard de Menthon vorbei. Sie stammt aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts, davor stand dort ein Bau aus dem 11. Jahrhundert, der zu einer Niederlassung der Mönche des Hospizes vom Grossen St. Bernhard gehörte.

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Durch das Dickicht hinter der Kirche entdeckte ich zum Abschluss per Zufall noch eine Statue vor der Felswand.

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Abschied vom Elsass (Bericht von 2016)…. – Update

….zumindestens vom Namen – offiziell. Und das alles wegen der Gebietsreform in Frankreich.             

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Elsässer Fahne

Hier im Elsass wird aber das Alsace von den Einheimischen weiter so genannt werden. Zu sehr haben alle gehofft und dafür gekämpft, dass die Region Alsace so bestehen bleibt – und am Ende doch verloren. Die Ortschilder hier in der Gegend tragen Trauerflor und ich kann mich gut an einen Abend vor dem entgültigen Beschluss erinnern, als Punkt 18.00 Uhr die Kirchenglocken läuteten in allen Gemeinden des Elsass, die gegen den Zusammenschluss waren.  

Der Zusammenschluss mit Lothringen wäre ja noch akzeptiert worden, sind die Menschen sich doch ähnlich, haben die selbe Kultur. Auch  haben beide Regionen die gleichen Sondergesetze aus dem Jahr 1871, die etwas besonderes sind. U.a. ist die Benutzung der Autobahnen mautfrei, der Karfreitag ist im Gegensatz zu Frankreich ein Feiertag und die Pfarrer der Gemeinden bekommen Lohn. Im übrigen Frankreich müssen sie von den Opfergaben der Kirchenbesucher leben. Die dritte Region Champagne-Ardenne ist weit weg und erstreckt sich bis an die Seine.

Aus diesen drei Regionen wurde am 1. Januar 2016 die Region ACAL, die Initialen von Alsace-Champagne-Ardenne-Lothringen. Diese Bezeichung ist vielen zu umständlich und zu bürokratisch. Deswegen wurden nun verschiedene Optionen vorgestellt: Nouvelle-Austrasie (Neu-Austrasien), Acalie (die Anfangsbuchstaben mit einer typisch französischen Endung), Grand Est und Rhin-Champage, begeistert ist man von keinem. Die Bevölkerung darf im Internet bis zum 1. April darüber abstimmen, welcher Name am besten gefällt. Das als Ausgleich dafür, weil die Bewohner des Elsass zum Zusammenschluss nicht angehört wurden. Dabei wäre das meiner Meinung nach viel sinnvoller gewesen. Das letzte Wort zur Namensgebung hat der französische Staatsrat. Er hat Zeit bis zum 1. Oktober.

Noch stehen nach der Grenze die alten Schilder, fragt sich nur wie lange noch. Die Elsässer haben es sicher nicht eilig damit sie auszutauschen. Sie haben mein vollstes Verständnis dafür.

….und auf meinem Nummernschild am Auto bleibt das Elsass auch erhalten.

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Update:

Seit dem 1. Januar 2021 ist das Elsass zurück und zwar als Europäische Kollektivität des Elsass (CEA = Collectivité  Europeenne d‘Alsace). Es entwickelt sich zu einer Gebietskörperschaft mit spezifischen und besonderen Zuständigkeiten. Das ist ein einzigartiges Modell in Frankreich.

Die Elsässer hatten sich nie mit der Gebietsreform abgefunden und für ein neues Elsass gekämpft. Hat das Elsass doch seine ganz eigene Geschichte. Die Bemühungen der Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin wurden von Erfolg gekrönt. Sie sind jetzt als EIN Département vereint. Zwar immernoch im Grand-Est, aber sie verfolgen eigene Ziele und haben das Ok der Zentralregierung in Paris.

So wurde dem Elsass die Verwaltung der Strassen und Autobahnen vom Staat übertragen. Das von den KFZ-Kennzeichen verschwunde Elsass-Logo kehrt zurück. Das Elsass legt auch grossen Wert auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Deutschland und der Schweiz. Die Zweisprachigkeit soll wie der elsässische Dialekt gefördert und das elsässische Kulturerbe gepflegt werden.

Das Ziel der Elsässer ist und bleibt aber eine Trennung von der Grossregion Grand-Est zur Region Elsass. Das bisher Erreichte wird nur als erster Schritt in diese Richtung gesehen.

Das ist das neue Symbol des Elsass, ein A (für Alsace) in einem Herz – manche nennen es auch eine Brezel 😉

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Kaysersberg, ein Idyll an der Elsässer Weinstrasse

Kurz vor Weihnachten nutzten wir die neue Freiheit uns tagsüber frei in ganz Frankreich bewegen zu dürfen zu einem Besuch von Kaysersberg, einem Ort an der Elsässer Weinstrasse, ca. 12 Kilometer nordwestlich von Colmar.

Kaysersberg, auch bekannt als Geburtsort von Nobelpreisträger Albert Schweitzer, war früher eine deutsche Reichsstadt. Der Stauferkaiser Friedrich II. (römisch-deutscher Kaiser) liess im 13. Jahrhundert über dem Ort eine Burg bauen, um über die wichtige römische Strasse, die das Elsass mit Lothringen verband, zu wachen.

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Im Jahr 1648 fiel Kaysersberg im Westfälischen Frieden an Frankreich. Nur zwischen 1871 und 1918 gehörte der Ort, wie ganz Elsass/Lothringen, vorübergehend wieder zu Deutschland.

Kaysersberg ist ein sehr idyllischer Ort und gehört zu den schönsten im Elsass.

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Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit ist der Ort in „normalen“ Jahren leider total überlaufen und man muss sich durch die Menschenmassen schieben. Das hatten wir uns in der Vergangenheit nur einmal angetan und danach nie wieder.

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Aber dieses Jahr ohne Weihnachtsmarkt bestand die Hoffnung, dass es etwas ruhiger zugeht. Wir wählten einen Tag unter der Woche und wirklich war kaum etwas los. Kein Stau schon an der Autobahnabfahrt, freie Parkplätze und wenig Menschen, die sich hauptsächlich an den Glühweinausschänken in offenen Fenstern einzelner Restaurants oder Gebäckverkäufern aufhielten.

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Die liebevoll dekorierten Fensterbänke und Fassaden sind typisch fürs Elsass….

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…und immer wieder sah man die nachgestellte Szene vom Stall in Bethlehem.

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So entspannt gefiel mir das Bummeln durch das mittelalterliche Städtchen.

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Und dann waren wir auch schon wieder am Ausgangspunkt angekommen.

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Der Spaziergang durch Kaysersberg schenkte ein Stück Weihnachtstimmung und steigerte die Vorfreude auf das Fest.

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Schöne Festtage

Möchte allen meinen Freunden und Bekannten hier ein frohes Weihnachtsfest  und einen guten Rutsch in ein gesundes neues Jahr wünschen! 

 

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Begegnung am Mittag

Das schöne sonnige Wetter mittags verlockte mich dazu den Spaziergang mit Jana an einem der kleinen Kanäle zu machen. Ich wählte den wenige Autominuten entfernt liegenden Kanal, in der Hoffnung vielleicht die Hochlandrinder von einem der Beobachtungsunterstände sehen zu können.

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Und ich hatte Glück. Die Hochlandrinder liessen sich sehen. Erst aus der Ferne und dann konnte ich noch näher ran.

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Früher wurde das Ried in der Petite Camargue regelmässig gemäht. Das dezimierte aber die Artenvielfalt. Deswegen werden seit 1990 Schottische Hochlandrinder zur Beweidung eingesetzt. Die Erfahrungen damit sind durchweg positiv, nicht nur mit der Artenvielfalt und -dichte, sondern auch in der Landschaftspflege.

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Da könnte man stundenlang stehen und beobachten. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig in der Natur sein und die Gedanken abschalten zu können.

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1 Kilometer im Umkreis – wenig, aber dafür intensiv

Überall oder, wenn ich in die Schweiz rüber schaue wo das Leben ziemlich normal verläuft, fast überall ist Lockdown und wir hier dürfen wieder wie im Frühjahr einmal am Tag nur 1 Kilometer im Umkreis der Wohnung für 1 Stunde raus. Aber wir haben Glück, im Gegensatz zum letzten Mal dürfen wir ans Wasser und in den Wald, zumindest wenn es im erlaubten Bereich liegt. 

Habe ein paarmal den Fotoapparat mitgenommen und dadurch viel mehr auf die Details am Wegrand geachtet. Eine sehr positive Erfahrung, die die Spaziergänge gleich spannender werden liess.

Schon morgens werde ich jeden Tag vom Gesang eines kleinen Rotkelchens begrüsst, wenn ich vom Garten auf die Strasse hinter dem Haus trete.

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Dazu die tolle Stimmung nach Sonnenaufgang…

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Bei mir liegen ein kurzes Stück vom Grand Canal d’Alsace  (Rhein-Kanal) und zwei kleine Naturkanäle sowie ein kleines Wäldchen in der Kilometerzone. Da zeigen sich die Vorteile des Landlebens. Die Natur liegt vor der Tür 🙂

So kann ich die Spaziergänge mit Jana variieren. Auf dem Rheindamm kann sie frei springen. Das ist gut, sie muss sich ja mal austoben können zwischendurch.

In Sichtweite Richtung Norden liegt die Schleuse von Kembs und gegenüber hinter den Bäumen die Erweiterung der Petite Camarque über die ich vor kurzem geschrieben habe.

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Ein Stück flussabwärts hat man freien Blick hinüber auf die Weinberge des Markgräflerlands (D). Die Bilder wurden an verschiedenen Tagen aufgenommen. Das untere zeugt von sehr windigem Wetter.

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An den beiden kleinen Kanälen muss Jana an die Leine, weil sie zu den Ausläufern der Petite Camargue gehören. Wir wollen ja auch die Enten und Jungschwäne nicht stören.

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Leider kann sie auch im Wäldchen nicht frei laufen, weil sich da Wildschweine aufhalten sollen auf deren  Begegnung ich gerne verzichte. Auch Rehe und Hasen leben da.

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Hinter dem kleinen Hain kommt man an einen weiteren Ausläufer der Petite Camargue. Dort trifft man auch in normalen Zeiten nur wenig Menschen. So kann man die schönen Eindrücke in völliger Ruhe geniessen.

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Auf dem Rückweg nach Hause laufe ich, wenn noch etwas Zeit übrig ist, einen kleinen Bogen über einen Weg zwischen den Maisfeldern… 

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…vorbei an einem Spargelfeld, das sich jetzt in herbstlichen Farben zeigt…

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Manchmal sieht man von dort auch die Schiffe auf dem Grand Canal d’Alsace durch die jetzt fast kahlen Bäume hindurch. Irgendwie immer wieder faszinierend, als ob die Schiffe auf der Strasse fahren würden.

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Zum Abschluss noch 2 Bilder von heute Morgen bei Minustemperaturen. Der Mais wurde gestern abgeerntet.

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Nachtrag: da die Zahlen hier sinken, tritt kommenden Samstag die 1. Stufe der Erleichterungen in Kraft, d.h. wir dürfen dann 3 Stunden im Umkreis von 20 Kilometern raus. Darauf freue ich mich 🙂

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Ein Hauch von Frühling… und das fast Ende November

Gestern wollte ich einen weiteren Teil des Gartens winterfest machen und wurde von neuen Blüten überrascht, die eigentlich erst im nächsten Frühjahr, bzw. Frühsommer erscheinen sollten. 

Da konnte ich nicht anders, musste trotz eisigem Wind die Arbeit unterbrechen und erstmal einen Rundgang durch den Garten machen. 

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Diese Blüten sind wie ein Hoffnungsschimmer in diesen Tagen.

Wünsche euch allen eine gute und vor allem gesunde Zeit !!

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Saint Ursanne

Unser letzter Ausflug wenige Tage vor der Ausgangssperre war nach Saint Ursanne, einem historischen Städtchen im Tal des Doubs im Schweizer Jura.

Saint Ursanne hat seinen Namen vom Heiligen Ursicinus, einem irländischen Mönch, der sich Anfang des 7. Jahrhunderts am Doubs niedergelassen hatte. Der Legende nach lebte er in einer Grotte und ein Bär brachte ihm regelmässig Wurzeln und Kräuter. Um ihn herum bildete sich eine Gemeinschaft von Mönchen. Seit seinem Tod  im Jahr 620 ist er der Schutzpatron der Stadt.

Schon die kurze Fahrt dorthin durch den französischen Jura war sehr entspannend. Viel Natur, wenig Dörfer, also einfach schön. Der Fluss Doubs wechselt immer mal zwischen Frankreich und der Schweiz. Oft ist die Grenze auch mitten im Fluss, so wie wir es hier vom Rhein kennen. Im Bereich des grossen Flussbogens, dem Clos du Doubs, liegt das mittelalterliche Städtchen, von dem uns schon oft vorgeschwärmt wurde. Die Erwartung war also dementsprechend hoch.

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Auf dem Parkplatz vor dem autofreien Saint Ursanne fanden wir gerade noch den letzten Parkplatz. Dementsprechend viele Menschen strömten durch das Tor, um in den Ort zu gehen. Ein weiterer Dämpfer war, dass fast das ganze Städtchen eine Baustelle war. Viele Häuser waren eingerüstet und auch die Strassen wurden teilweise saniert. 

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Wir versuchten uns etwas abseits der Touristenströme zu halten, die sich hauptsächlich auf die Gartenrestaurants konzentrierten und entdeckten trotz allem schöne Ecken. Die Bürgerhäuser aus dem 14. bis 16. Jahrhundert waren zum Teil schon fertig restauriert oder noch nicht in Angriff genommen worden. So konnte ich einige Fotos ohne Baugerüst machen.

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Wir kamen auf der Durchgangsstrasse, die von einem Tor zum anderen führt, auch an der Pfarrkirche vorbei. Diese war bis zum 11. Jahrhundert eine Klosterkirche. Das dazu gehörige Kloster war ca. 840 über dem Grab des Ursicinus gegründet worden.

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Wir liefen durch das hintere Stadttor hinaus und hatten von dort einen guten Blick auf die Kapelle der Eremitage Saint Ursanne. Diese steht dort wo Ursinicus in der Grotte gelebt haben soll.

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Dann kehrten wir durch das gleiche Tor wieder in den Ortskern zurück. Am Haus neben dem Tor hing hoch oben ein Topf. Vielleicht wurden damit früher ungebetene Gäste mit Pech und Schwefel übergossen.

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Wir folgten danach einer paralellen Gasse und kamen durch das dritte Stadttor auf die Brücke Saint-Jean Népomucène.

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Die Ansicht von dort hat mir fast am besten gefallen. Es war sehr idyllisch am Wasser, genau das was ich liebe 🙂

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Die Häuser am gegenüberliegenden Ufer wurden 1918 für die Arbeiter einer Industriefirma gebaut.

So langsam bummelten wir wieder zurück zum Fahrzeug. Hätten wir gewusst, dass wir uns nur 5 Tage später nur noch im Radius von 1 Kilometer frei bewegen dürfen, hätten wir auf dem Heimweg sicher noch einen Abstecher gemacht.

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Rheinuferweg bei Huningue (Hüningen)

Sonnenschein und angenehme Temperaturen, da musste man einfach nach draussen gehen. Ich wollte schon lange mal auf dem seit Ende des letzten Jahres fertiggestellten grenzüberschreitenden Rheinuferweg laufen und das setzten wir Mitte Oktober in die Tat um.

Der Weg für Fussgänger und Fahrradfahrer beginnt in Huningue (Elsass) an der Dreiländerbrücke und führt linksrheinisch bis nach Basel (Schweiz) zum St. Johanns-Park.

Voraussetzung für die durchgehende Wegführung war der Rückbau des Hafens St. Johann in Basel. Eine grosse Chemiefirma brauchte den Platz am Rheinufer, versprach aber einen grosszügigen Streifen zwischen Campus und Fluss für die Öffentlichkeit zu schaffen und übernahm sogar einen Grossteil der Kosten. Die Fertigstellung verzögerte sich, weil ein Teil des Geländes durch Altlasten verunreinigt war und der Boden teilweise bis zum Grundwasser ausgetauscht werden musste.

Wir fuhren die knapp 5 Kilometer bis nach Huningue (Hüningen – wie die Elsässer sagen) und starteten an der Dreiländerbrücke, über die man hinüber nach Weil am Rhein (D) laufen könnte, unsere Erkundungstour. 

Sitzgruppen und Liegen luden gleich am Anfang zum Rasten ein, aber das hatte Zeit bis zur Rückkehr 😉 

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IMG_20201012_152414_Bildgröße ändern Blick hinein ins Dorf Huningue

IMG_20201012_151609_Bildgröße ändernDreiländereck

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evangelische Kirche von Huningue, vorne die Einmündung des künstlich angelegten Wildwasserkanals

Es war eindrucksvoll diese Strecke zu laufen. Bald erreichten wir Schweizer Boden.

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Die Hochhäuser rechts und links sind Betriebsgebäude des Chemiekonzerns. Die Brücke unten ist die Johanniterbrücke von Basel, oben fliesst der normale Verkehr, hinter den Streben 1 Stockwerk tiefer verläuft die A 3 Richtung Mulhouse, bzw. Zürich.

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Drei Länder: Blick aus der Schweiz nach Frankreich (links von der Dreiländerbrücke im Hintergrund) und Deutschland, rechts von der Brücke. Die Hügel dahinter gehören ebenfalls zum deutschen Markgräflerland. 

Wir hatten das St. Johann Quartier erreicht und kehrten wieder um. Irgendwann soll es hier für Fussgänger eine Möglichkeit geben den Rhein zu überqueren und auf der rechten Flussseite bis zur Dreiländerbrücke auf der Weiler Seite zu laufen. Ein Rundweg um das Dreiländereck ist das Ziel für die Zukunft.

Auf dem Bild unten sieht man ein Daubel oder auch Hebenetz. Dieses hier ist neu, aber es gibt ein Stück flussabwärts am anderen Ufer bei der Mündung des Flusses Wiese in den Rhein noch zwei sehr alte davon. Die sind noch hobbymässig in Betrieb.

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Mir persönlich gefallen die Naturwege abseits der Industrie besser, aber es war interessant einmal diesen Uferweg zu laufen. Noch entspannter wäre es gewesen, wenn nicht so viele Radfahrer unterwegs gewesen wären. Aber viele Grenzgänger nutzen diese Strecke für ihren Weg zur Arbeit in der Schweiz.

Die Bilder habe ich alle mit dem Smartphone aufgenommen, deswegen ist das Format etwas anders.

 

 

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La Petite Camargue – die Erweiterung

Das Naturschutzgebiet La Petite Camargue liegt gleich neben unserem Dorf, zumindest der Teil über den ich vor 8 Jahren kurz geschrieben hatte:

https://traeumerleswelt.wordpress.com/2012/11/03/la-petite-camarque/

Das Gebiet ist aber viel weitläufiger und Ausläufer davon umschliessen den Ort sogar.

Inzwischen wurde es im Zuge der Renaturisierung um eine grosse Fläche erweitert und zwar auf der Rheininsel zwischen Altrhein  und dem schiffbaren Rhein-Kanal (Grand Canal d’Alsace). Dorthin kann man auf  2 Wegen gelangen, entweder über die Schleuse in Kembs oder von Deutschland aus über das Wehr bei Weil am Rhein-Märkt. Wir wählten den 2. Weg, von dort kommt man direkt in den neuen Teil. Eigentlich liegt er genau gegenüber von unserem Dorf, aber eben auf der anderen Rheinseite und da gibt es keine Brücke.

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„Warum trennt uns der Rhein? Damit wir zeigen können, wie man Brücken baut“

Wir parkierten bei Märkt auf der deutschen Seite und liefen über den im Mai 1995 eröffneten Steg des Stauwehrs hinüber auf die Insel. Die Grenze nach Frankreich wird darauf nur symbolisch dargestellt.

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Blick vom Steg auf den Altrhein, rechts der Uferweg gehört noch zu Deutschland

Am Ende des Steges sahen wir auf den Grand Canal d’Alsace. Die Schleuse bei Kembs im Hintergrund ist stark herangezoomt, zu Fuss bräuchte man ca. 1 Stunde dorthin.

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Vorbei am 2016 in Betrieb genommenen Kleinkraftwerk hielten wir uns rechts, um unseren Rundweg am kleinen Rhein zu beginnen. Dieses Kraftwerk erzeugt nicht nur Strom für ca. 10 000 Haushalte pro Jahr, es umfasst auch die neue 200 Meter lange Fischtreppe. Ausserdem speist es den kleinen Rhein mit Wasser, der die Feuchtgebiete auf der renaturierten Rheininsel mit Wasser versorgt. 

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Für Ende September war es sehr mild, das richtige Wetter für einen Spaziergang durch die Natur. Wir waren fast alleine unterwegs und so hatten wir auch die Beobachtungsstände immer für uns. 

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Auf der Insel dürfen sich Hochlandrinder, kleinwüchsige Pferde, Ziegen und Schafe frei bewegen. An diesem Nachmittag hatten wir aber nur mit den Schafen Glück, die anderen Tiere hielten sich gut verborgen. Ein Grund den Besuch sobald es wieder möglich ist zu wiederholen.

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Das Gelände ist sehr weitläufig angelegt. So stieg die Spannung was es wohl ein paar Meter weiter zu entdecken gab.

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Der Weg machte einen Bogen hin zum Altrhein.

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Dieser lag oft verborgen hinter den Uferbüschen, aber immer wieder gab es Lücken. 

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Eine Besonderheit bietet der Uferweg am Altrhein. Er ist mit uralten Pflastersteinen belegt. Diese stammen aus der Zeit, als die Rheinschiffe mangels Motorkraft mit Zugtieren flussaufwärts gezogen wurden.

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Und schon kam das Stauwerk, der Ausgangspunkt unseres Spaziergangs, in Sichtweite

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Wir kamen wieder beim kleinen Rhein an. Dunkle Wolken waren aufgezogen, aber es blieb trocken. Die Kormorane und Reiher begannen auf ihre Schlafbäume zurückzukehren.

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Es war wunderschön dort inmitten der Natur, ruhig und entspannend. Man konnte einfach die Seele baumeln lassen. 

Werde sicher nach der Ausgangssperre wieder dorthin gehen. Im Winter lassen sich vielleicht auch die Rinder und Pferde sehen. Auf die bin ich schon sehr gespannt.

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