Bad Gandersheim

Wir hatten noch eine Übernachtung vor der entgültigen Heimfahrt eingeplant. Im WOMO-Führer fand ich einen Stellplatz ca. 1 Stunde von der Heide entfernt und so fuhren wir Bad Gandersheim an, ein Ort, von dem ich bis dahin noch nie etwas gehört hatte. 

Bad Gandersheim ist ein Soleheilbad und liegt im Tal des Gande zwischen Weserbergland, Leinebergland und Harzervorland.

Der Stellplatz lag direkt am Flüsschen Gande im Grünen und doch zentral zur Stadt und zum Kurbereich. Wir unternahmen als erstes einen Erkundungsspaziergang und waren nach wenigen Minuten im Ortskern.

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St. Georgskirche, vordere Seite

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St. Georgskirche vom Stellplatz her gesehen

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Stiftskirche

Bad Gandersheim ist ein sehenswertes Städtchen, etwas verschlafen, ab 18.00 Uhr waren kaum Menschen auf der Strasse und das Mitte August.

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Wir bummelten durch die Strassen und Gassen der Altstadt, bevor wir dann wieder zurück ins Wohnmobil gingen und dort den Tag gemütlich ausklingen liessen.

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Nach einer sehr ruhigen Nacht trotz der Ortsnähe spazierte ich am nächsten Morgen mit Jana an der Gande entlang bis ins Kurgebiet, leider hatte in der Nacht Regen eingesetzt.

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Bei unserer Rückkehr am Fahrzeug fuhr gerade der ortsansässige Bäcker vor, der ausser Sonntags jeden Morgen von April bis Oktober frische Backwaren auf dem Stellplatz anbietet.

Nach dem Frühstück ging es dann entgültig nach Hause, aber nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub 😉

 

Noch kurz ein paar Daten zum Stellplatz: Er ist das ganze Jahr geöffnet und kostet 7,– Euro pro Nacht. Darin ist die Kurtaxe enthalten. Man bezahlt am Münzautomaten und bekommt eine Quittung, die auch als Kurkarte gilt. Der Strom kostet 1,– Euro für ca. 10 Stunden. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wird auch angeboten.

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Die Lüneburger Heide….

……von Schneverdingen bis Hermannsburg. 

Als Kind war ich mit meinen Eltern das letzte Mal in der Lüneburger Heide und da wir den Heimweg von der Nordsee in den Südwesten gemütlich gestalten wollten, bot sich ein Zwischenhalt in der Heide geradezu an.

Gegen Mittag erreichten wir Schneverdingen, wo auf einem schön angelegten Stellplatz am Ortrand noch genug Platz zum Übernachten war. Gleich nebenan war ein sehr grosszügig angelegter Campingplatz, der alles bot, um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Als Stellplatzbenutzer stand uns für 16,– Euro pro Nacht das gesamte Angebot zur Verfügung, wie z. B. Toiletten, Duschen, Mini-Markt, Natur-Badeweiher, Fahrrad- und Autoverleih usw. Für Kinder gab es einen Streichelzoo und einen grossen Spielplatz. Bei einem Erkundungsgang entdeckten wir sogar einen eingezäunten Agilityplatz für Hunde. Natürlich testete ich ihn mit Jana gleich. Wir waren ganz alleine dort und konnten in Ruhe alles ausprobieren. Abends besuchten wir das gemütliche Restaurant auf dem Platz – kann es nur empfehlen. Die Gerichte waren sehr lecker und gar nicht teuer.

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Am nächsten Tag unternahmen wir nach dem Frühstück eine Wanderung durch die nahe Osterheide. Der Linienbus brachte uns bis zu einem Parkplatz, wo schon einige Pferdewagen auf Kundschaft warteten. Wir aber wollten die Heide zu Fuss erkunden, das war mit Jana auch besser.

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Nach ca. 7 Kilometern kamen wir zum Heidegarten Höpen. Dort findet man 180 verschiedene Heidesorten und irgendeine blüht immer, das ganze Jahr hindurch.

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Von einer Aussichtsplattform hatte man einen guten Überblick auf die Anlage mit angegebenen 150000 Pflanzen.

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Leider zog sich der Himmel zu und es fing an zu regnen. Wir gingen hinüber zum Schafstall, der zu einem Restaurant ausgebaut worden war.

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Jana durfte mit hinein und da es inzwischen später Mittag war, liessen wir uns eine feine Linsensuppe mit Einlage schmecken. Ich fragte die nette Bedienung, ob man irgendwo in der Nähe Heidschnucken sehe könne. Sie musste mich leider enttäuschen. Heidschnucken sind den ganzen Tag unterwegs und man wisse nicht, wo genau. Sehen könne man sie höchstens morgens beim Austrieb aus dem Stall und abends beim wieder eintreiben. Leider wären das noch Stunden bis die Schnucken wieder heimkehren würden. So liefen wir wenigstens zum Stall, der ca. in 2 Kilometer Entfernung lag. Dort waren auch Infoplakate aufgestellt. 

 

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Heidehaus am Weg

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Heidschnucken, leider nur auf den Infotafeln zu sehen

Zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung wählten wir eine andere Route, in der Hoffnung doch noch einer Heidschnuckenherde zu begegnen.

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Leider erfüllte sie sich nicht. So blieben mir nur die Kindheitserinnerungen daran.

Am folgenden Tag machten wir, bevor es wieder auf die Autobahn Richtung Heimat ging, noch einen Abstecher in die Gegend von Hermannsburg. 

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Burhave

Wir folgten der Küste weiter Richtung Osten, umfuhren Wilhelmshaven und dann ging es entlang des Jadebusen bis hoch nach Burhave. Burhave ist ein Ortsteil von Butjadingen und liegt ca. 15 Kilometer nordwestlich der Wesermündung.

Dort fuhren wir einen Stellplatz an, der nur durch einen Fussweg von der Nordsee getrennt lag. Anscheinend hatte es dort stark und ausdauernd geregnet. Ein grosser Teil der Wiese erinnerte eher an eine Sumpflandschaft als an eine Stellfläche, aber wir fanden noch eine einigermassen abgetrocknete Stelle für uns.

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Uns war gesagt worden wir könnten uns hinstellen wo wir möchten. Der Platz kostete pro Nacht 20,– Euro plus Strom. Dafür hatten wir einen schönen Blick über die Bucht mit der Aussenweser hinüber nach Bremerhaven.

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Es war Ebbe und so konnte man fast meinen, dass die grossen Schiffe direkt durch das Watt fahren würden.

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Natürlich machten wir gleich einen schönen Spaziergang am Strand entlang. Es waren kaum Menschen unterwegs und so konnte Jana zwischendurch auch ohne Leine umherspringen. Sogar das Watt probierte sie aus, aber zum Glück nur kurz. Der Schlick an ihren Beinen war hinterher nur sehr schwer zu entfernen. 

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Am nächsten Morgen liefen wir über den Deichweg bis zum Fedderwarder Sielhafen. Dort war es so richtig idyllisch. Im Hafen lagen Krabbenkutter und man konnte sogar einem Seemannschor in der Nähe des Hafenausfahrt zuhören.

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Der Fedderwarder Priel verbindet den Sielhafen mit der Fahrrinne der Weser, die sich Laufe der Zeit immer mehr ostwärts verlagert hat.

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Wir liessen uns viel Zeit beim Bummel vorbei an den kleinen hübschen Häuschen entlang des Hafenbeckens. 

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Als der Hunger sich meldete setzten wir uns vor eine Fischbude und liessen uns den wirklich leckeren frisch zubereiteten Fisch schmecken.

Abends drehten wir noch eine Runde durch Burhave. Aber dort war es uns viel zu voll und laut, da zogen wir einen gemütlichen Spaziergang am Meer vor.

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Die Tage am Meer näherten sich dem Ende. Schade, mir wurde ganz wehmütig dabei. Auf dem Heimweg wollten wir aber noch ein paar Stationen einbauen.

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Bevor wir die Nordsee entgültig verliessen gab es aber noch ein Highlight, zumindest für mich persönlich. Wir hatten ein spontanes Treffen mit meinem besten  Freund aus Hamburg vereinbart, der dafür einige Stunden Bahnfahrt auf sich nahm. Wir hatten uns viele Jahre nicht gesehen, aber es war wunderschön und die alte Vertrautheit war gleich wieder da.

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Carolinensiel – Harlesiel

Auf unserer Weiterfahrt die Nordseeküste entlang kamen wir an die Mole von Harlesiel. Harlesiel liegt einen Kilometer nördlich von Carolinensiel direkt an der Nordsee. Harlesiel entstand erst zwischen 1953 und 1956 nach Trockenlegung der Harlebucht.                       

Der Stellplatz direkt an der Mole fiel uns ins Auge und wir beschlossen dort 2 Nächte zu bleiben. Dafür bezahlten wir 41,– Euro ohne Strom (wir brauchten keinen), dafür gab es in unmittelbarer Nähe Duschen und WC’s. Ein kleiner Hundestrand gehörte auch dazu und der Besuch des beheizten Meeresschwimmbads war kostenlos.

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im Hintergrund die Friedrichsschleuse

 

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Von unserem Stellplatz in der vordersten Reihe hatten wir einen guten Blick auf die Hafenausfahrt und konnten das An- und Ablegen der Fähren nach der Insel Wangerooge beobachten. Gleich neben dem Fähranleger befand sich ein kleiner Flugplatz. Wir sahen viele kleine Flugzeuge von dort Richtung Insel starten.

Bei einem Bummel der Harle entlang gelangten wir über eine Klappbrücke auf die andere Seite hinüber und dort zum Fähranleger. Wir erwogen für den nächsten Tag eine Überfahrt zur Insel, obwohl uns die doch relativ hohen Preise dafür etwas erstaunten. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Ausflugsschiff vorbei, das ein Werbeplakat für eine Fahrt zu den Seehundbänken aufgestellt hatte. Das interessierte uns noch mehr und der Preis für die dreistündige Fahrt für uns beide war gleich hoch wie eine Fahrt nach Wangerooge für nur 1 Person. Um 10.00 Uhr morgens am nächsten Tag sollte es losgehen.

Angekommen waren wir bei strahlendem Sonnenschein, nach dem Mittag regnete es heftig. Nur im Wohnmobil sitzen gefiel uns auch nicht und so liefen wir, als der Regen nachliess, entlang der Harle bis nach Carolinensiel.

 

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Hafen von Harlesiel

 

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Carolinensiel wurde 1730 gegründet und entwickelte sich zum wichtigsten Sielhafen im nördlichen Ostfriesland, weil er nach 1765 durch den Bau einer Schleuse der Nordsee nicht mehr direkt ausgesetzt und vor Sturmfluten geschützt war. Auch dieser Ort konnte erst nach einer systematischen Landgewinnung durch Eindeichung entstehen. Um 1500 war damit begonnen worden. Dieses Thema faszinierte mich schon früher in der Schule, als es behandelt wurde.

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Carolinensiel ist ein schöner und lebendiger Ort. Der alte Hafen zog mich in seinen Bann. Das ist meine Welt :-).

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Der nächste Tag begann mit strahlendem Sonnenschein. Beim Morgenspaziergang mit Jana war noch alles ruhig und wir konnten es so richtig geniessen. 

 

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Nach dem Frühstück, im Nachhinein hätte ich es wohl besser ausgelassen, gingen wir zur Anlegestelle. Wir fanden noch Sitzplätze auf dem Oberdeck und sahen der Fahrt zu den Seehundbänken mit Spannung entgegen (Jana hatten wir im Wohnmobil gelassen, dort hatte sie es ruhiger).

Das Schiff fuhr in der Fahrrinne auf die offene See hinaus. Langsam kam starker Wind auf und Regen setzte ein. Ein grosser Teil der Fahrgäste verzog sich ins Innere. Aber das war keine Option für mich, nur das Fotografieren war etwas schwierig. 

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Zuerst kam Wangerooge in Sicht….

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……und wenig später Spiekeroog.

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Eigentlich sollte die Fahrt noch bis zur Schifffahrtslinie der grossen Ozeanriesen gehen, aber der Kapitän brach das Vorhaben wegen zu starkem Wellengang ab. Nur zu den Seehundbänken vor Spiekeroog wollte er noch und dann zurück. Als die Seehunde in Sicht kamen, konnte ich den Anblick leider gar nicht richtig geniessen. Mir war von dem starken Schaukeln des Schiffes so richtig schlecht geworden. Mit Mühe gelang es mir ein paar Fotos zu machen. 

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Auf der Fahrt zurück zum Hafen wünschte ich mir nur noch eine rasche Ankunft dort. Peinlich, und das einer Seefahrertochter. Im Wohnmobil angekommen, legte ich mich erstmal hin. Ich schlief ganze 4 Stunden, danach machten wir einen längeren Spaziergang am Wasser. 

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Fahrrinne bei Ebbe auf die offene See hinaus

Blick von der Mole auf die Inseln, stark heran gezoomt

 

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Neubauten auf Stelzen am Ufer der Harle 

Zurückblickend war es trotz allem ein schöner und interessanter Tag und ich würde die Fahrt jederzeit wieder machen.

 

 

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Dornumersiel

Es war herrlich wieder einmal an der Nordseeküste zu sein. Nach einem 2-tägigen Aufenthalt in Greetsiel (über diesen Ort habe ich früher schonmal berichtet) fuhren wir weiter Richtung Osten. Eigentlich wollten wir unseren nächsten längeren Stop in Norddeich einlegen, aber alle Stellplätze waren belegt und auch der Ort war völlig überlaufen. Deswegen fuhren wir weiter bis Dornumersiel und dort auf einen Stellplatz direkt hinter dem Deich, bzw. zwischen Deich und Nordsee. Dieser Platz kostete 13,– Euro pro Nacht. Um Strom zu haben, musste man einen Automaten füttern, der ca. alle 6 – 7 Stunden einen Euro wollte.

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Direkt am Stellplatz begann ein Hunde-Rundwanderweg, das sah ich in dieser Art zum ersten Mal. Aber auch dort musste der Hund an der Leine sein.

Gegen Abend lief ich ihn mit Jana ab, wir machten einige Fotostops und trotzdem waren wir nach knapp einer Stunde schon wieder am Fahrzeug. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs.

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Am nächsten Tag erkundeten wir den Ort. Er war nichts besonderes, nur Wohnhäuser, ein paar Gasthäuser, das gewisse Etwas fehlte mir. Auf dem Weg dorthin überquerten wir einen Deich, der im Moment für Fussgänger gesperrt war, weil die Schafe gerade dort weideten.

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Besser als das Dorf gefiel mir der Fischereihafen mit seinen Kuttern.

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Dort gab es einen  Fischverkauf mit grosser Auswahl. Er bot auch Fischgerichte zum gleich essen an, entweder bei schlechtem Wetter drinnen oder  draussen, wo Tische und Bänke bereit standen sowie eine Getränkebar, die sehr gut besucht war. Natürlich machten auch wir von diesem Angebot Gebrauch.

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Am nächsten Tag ging’s dann weiter ohne festes Ziel. Dort wo es uns gefiel wollten wir bleiben.

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Weener im südlichen Ostfriesland

Auf dem Weg an die Nordsee besuchten wir kurz nach der niederländischen Grenze die Stadt Weener. Weener liegt an der Ems in der Region Rheiderland (Ostfriesland). Wir fanden einen schön gelegenen Stellplatz direkt am Alten Hafen. Für 10,– Euro pro Nacht mit Strom und Entsorgung war er noch günstig (Wasser 100 Liter = 1 Euro).

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Blick vom Stellplatz aus

Früher war der Hafen wichtig für die Weener aufgrund seiner Lage an der linksemsischen Handelsroute ins Münsterland. Von hier aus wurden landwirtschaftliche Güter exportiert. Die Stadt war auch für seine Vieh- und Pferdemärkte bekannt, heute spielt beides keine Rolle mehr. 

Dafür konnten wir jetzt in Ruhe am Wasser entlang laufen und die alten Kutter betrachten.

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Torffrauen

Das schöne sonnige Wetter machte die Idylle perfekt. Wir kamen an einer originellen Kneipe, der Hafen 55, vorbei.

Dort machten wir eine Pause und liessen die besondere Atmosphäre auf uns wirken. Plötzlich wurde es sehr windig und ein Platzregen liess uns ins Innere flüchten. Die weitere Erkundung des Ortes schoben wir auf und kehrten erstmal ins Fahrzeug zurück. Am späten Nachmittag, die Sonne war wieder zum Vorschein gekommen, erkundeten wir die andere Richtung bis zur Schleuse. Sie ist der Durchgang zur Ems.

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Die Ems, hinter der Schleuse

 

Am Yachthafen (dort gibt es auch einen offiziellen Stellplatz) vorbei ging es durch den Ort zurück.

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Weener machte einen ruhigen und beschaulichen Eindruck. Es waren für Anfang August sehr wenige Menschen unterwegs.

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Wir hatten vor abends essen zu gehen und schauten uns schonmal nach verschiedenen Möglichkeiten um. Überall war Hundeverbot, sogar in kleineren Kneipen und auch in den Gartenwirtschaften. Auch die Grünflächen war für die Vierbeiner gesperrt, nicht einmal an der Leine war es erlaubt. Weener war wirklich nicht sehr hundefreundlich, das erstaunte mich, hatte ich den Norden doch ganz anders in Erinnerung.

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Unser Camper von der anderen Seite des Kanals aus

Um es vorweg zu nehmen, die restlichen Orte unserer Reise direkt an der Küste bestätigten meine früheren positiven Erfahrungen in dieser Hinsicht. Überall waren Hunde sehr willkommen, in den Restaurants wurde oft sogar erst Jana mit Wasser bedient, bevor nach unseren Wünschen gefragt wurde. 

Vielleicht liegt Weener zu weit weg von der See, auf alle Fälle assen wir abends dann „zuhause“ im Camper.

 

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gesehen am Fenster eines Kutters

 

 

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Lelystad am Ijsselmeer

Nach dem Trubel der Grossstadt war der ruhige (kostenlose) Stellplatz am Parking Houtribslag, 5 Kilometer ausserhalb von Lelystad am Ijsselmeer, nur wenige Kilometer nördlich von Amsterdam, genau richtig. 

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Es standen schon ein paar Wohnmobile dort, aber es war noch Platz genug.

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Ganz in der Nähe befand sich die Marina Beach Houtrib Flevo und direkt oberhalb des Platzes gleich hinter dem Deich gab es ein kleines Restaurant, das wir aber nicht besuchten.

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Erst einmal hiess es Laufen gehen mit Jana. Sie war den ganzen Tag so geduldig an der Leine gelaufen in der Stadt, dass sie es mehr als verdient hatte endlich mal frei herumspringen zu dürfen.

Es waren kaum Menschen unterwegs, was sicher auch am Wetter lag. Graue Wolken hingen am Himmel und kurze Zeit später schüttete es wie aus Kübeln. Aber einmal nass beendeten wir in Ruhe unsere Runde.

Am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt war es trocken und wir konnten den Spaziergang unter angenehmeren Bedingungen wiederholen.

Wir entdeckten sogar eine Hasenfamilie, die Eltern sicherten die Umgebung….

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und das Kleine versteckte sich im Gebüsch.

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Amsterdam

Auf dem Weg Richtung Norden machten wir einen Abstecher nach Amsterdam. Es war lange her, dass ich mal dort war und auf dieser Reise bot es sich an. Amsterdam ist die Hauptstadt und mit 851.223 Einwohnern die einwohnerstärkste Stadt der Niederlande.

Anfang August ist sicher nicht die beste Zeit diese Stadt zu besuchen. Überall Menschenmassen und eine Hektik, die ich so nicht in Erinnerung hatte. 

Schon die Suche nach einem Campingplatz war sehr schwierig, nirgends mehr Platz. Deshalb stellten wir unser Programm um und verzichteten darauf in der Stadt zu übernachten. Einen Parkplatz für unser Wohnmobil fanden wir relativ mühelos im Norden Amsterdams, sogar kostenlos und ganz in der Nähe der ehemaligen NDSM Schiffswerft.

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Dieses Areal auf einer Insel im Ij (ehemaliger Meeresarm) mit seinen grossen Hallen bietet heute vielen Künstlern Platz. Es finden auch regelmässig Ausstellungen und Festivals statt.

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Die ganze Anlage war schon sehr beeindruckend. Von dort aus konnten wir, ebenfalls kostenlos, mit der Fähre hinüber zum Hauptbahnhof fahren.

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Fahrräder, Motorroller und vor allem viele Menschen drängten sich auf der Fähre zusammen, umfallen konnte man nicht ;-). Es war eine tolle Leistung von Jana, der jungen Hündin, dass sie das alles relativ gelassen hinnahm. Nach dem Aussteigen hinter dem Bahnhof empfing uns das gewohnte Bild von unzähligen Fahrrädern und vor dem Bahnhof herrschte dichtes Gedränge.

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Überall klingelte und hupte es. Wir bahnten uns einen Weg durch die Menschen Richtung Grachten.

 

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Auch dort war es ziemlich überlaufen.

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Deshalb bogen wir einfach mal in kleinere Gässchen ab und fanden dort ruhigere und beschauliche Orte.

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Später am Nachmittag setzten wir uns in ein Strassenkaffee, stärkten uns und beobachteten das Treiben in der nun wieder volleren Umgebung.

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Danach ging es zurück auf die Fähre und damit hinüber zu unserem Fahrzeug.

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Nach all dem Trubel suchten wir die Ruhe und einen Übernachtungsplatz. Den fanden wir nördlich von Amsterdam auf einem Stellplatz direkt hinterm Deich am Ijsselmeer.

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Redu, ein Dorf voller Bücher

Auf dem Weg an die Nordsee im vergangenen Sommer machten wir ca. 120 Kilometer vor Brüssel in einem kleinen Dorf in den Ardennen (südliches Belgien) einen ersten Stopp zum Übernachten. Mehr aus Zufall waren wir auf einen kleinen Stellplatz ausserhalb des Ortes Redu gestossen. Eigentlich wollten wir noch ein Stück weiter fahren Richtung Brüssel, aber beim Stöbern im Stellplatzführer fand ich noch einen früheren Platz als den, den wir ursprünglich anfahren wollten. Wir dachten anschauen kann man ihn sich ja mal, er lag ja am Weg. Und das sollte sich als die beste Entscheidung herausstellen.

Wir verliessen die Autobahn E411 (Ausfahrt 24) und erreichten nach ca. 3 Kilometern den Ortsrand von Redu. Dort lag der Stellplatz auf der linken Seite, direkt neben einer kleinen Gärtnerei.

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2 Wohnmobile und ein Auto mit Wohnwagen standen schon dort, aber es war noch Platz genug. Wir fuhren an die hintere Begrenzung und hatten eine schöne Sicht auf einen Pferdeunterstand mit Weide und kleinere Gärtchen.

Der Platz war absolut ruhig, auch nachts. Am nächsten Morgen beim Aufstehen standen insgesamt 10 Wohnmobile dort, aber auch dann war er nicht voll belegt. Es war ein einfacher Platz, der ausser Müllentsorgung nichts bot, aber zum Übernachten auf dem Weg in den Süden oder Norden ideal. Man sollte sich unbedingt auch genug Zeit nehmen, um den Ort anzusehen ! Es lohnt sich !

Abends nach der Ankunft erkundeten wir den kleinen Ort, der einen sehr einladenden und ansprechenden Eindruck machte.

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Überrascht entdeckten wir nach wenigen Metern schon das erste Antiquariat etwas versteckt in einer alten Scheune. Je weiter wir liefen, um so mehr Bücherläden fanden wir.

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Auch in den Seitengässchen gab es einige davon. Das hat mich sehr beeindruckt, so entdeckten wir per Zufall ein Kleinod von Dorf, das ganz sicher einen oder mehrere Besuche wert ist !

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Die kleinen Restaurants waren sehr einladend. Der Andenkenladen am anderen Ende des Dorfes schloss leider schon, der Abend war ja auch schon fortgeschritten. Dort hätte man neben Büchern auch Himbeeren in vielerlei Art kaufen können, frisch oder als Marmelade. Sogar ein Bier mit Himbeernote wurde angeboten, aber das konnte man auch in den Restaurants bekommen.

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Am nächsten Morgen lief ich schon sehr früh mit meinem Hund durch den Ort und schaute mir nochmal alles in Ruhe an. Die wenigen Menschen, die schon unterwegs waren, lachten freundlich als sie uns sahen und die Bäckerin in der kleinen, aber feinen Boulangerie begrüsste uns sogar auf deutsch. Keine Ahnung warum, vielleicht hatte sie mich mit Jana sprechen hören.

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Ich entdeckte auch noch interessante Kunsthandwerksboutiquen, die ich am Abend zuvor wohl übersehen hatte vor lauter Bücher 😉

Habe mich dann informiert über Redu und erfahren, dass dieser Ort in den 70er Jahren fast entvölkert war. Ein Journalist hatte dann die Idee genau dort ein Bücherdorf nach dem Vorbild eines walisischen Dorfes aufzubauen und dafür die leerstehenden Scheunen, Ställe und Werkstätten für das Anbieten von Secondhand-Bücher zu nutzen. 1984 begann damit der Aufschwung des Dorfes. Waren es anfangs nur einige Tausend, die die Bücherausstellungen besuchten, so sind es heute Zehntausende von Besuchern pro Jahr in einem Dorf, das nur ca. 400 Einwohner zählt. Mehr als 20 Antiquariate und Buchhandlungen bieten eine grosse Auswahl an Büchern hauptsächlich in französischer Sprache, aber auch in englisch und deutsch. Jeder Laden hat sein eigenes Spezialgebiet, es lohnt sich also allen Läden einen Besuch abzustatten. Übers Osterwochenende findet jedes Jahr das Fest des Buches statt und am 1. Samstag im August eine Büchernacht. Zu diesen Anlässen werden auf den Bürgersteigen und Scheunen zahlreiche zusätzliche Bücherregale aufgestellt.

Redu ist inzwischen weltberühmt als Bücherdorf, bin echt froh, dass ich es durch Zufall jetzt kennenlernen durfte !

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Jahreswechsel

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Wünsche allen meinen  Lesern ganz herzlich einen guten Rutsch in ein gesundes Neues Jahr mit viel Zeit für die schönen Dinge des Leben !

 

Leider hatte ich in den letzten Monaten kaum Zeit und Gelegenheit, um in diesem Blog und bei „Seelengefährten“ zu schreiben. Aber das soll sich nun wieder ändern 🙂

 

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