Schwerin

Am letzten Tag unseres Urlaubs wollten wir Schwerin besuchen. Dazu fuhren wir vom Saaler Bodden auf direktem Weg dorthin. Es ging schneller als gedacht und so kamen wir schon mittags in der Stadt an. Wir schauten uns mehrere Stellplätze an und entschieden uns dann für den gleich hinter dem Schlosspark. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung.

Schwerin wurde im Jahr 1018 zum ersten Mal erwähnt und erhielt 1164 die deutschen Stadtrechte. Damit ist Schwerin die älteste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Ende der 1960er Jahre sollte die gesamte Innenstadt bis auf wenige historische Gebäude abgerissen und durch Plattenbauten ersetzt werden. Zum Glück scheiterte das aber am Geldmangel. Seit 1990 ist Schwerin Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern und ein Jahr später wurde mit der Sanierung des Schlosses und der historischen Altstadt begonnen.

Von unserem Übernachtungsplatz aus hatten wir einen wunderschönen Blick auf  das Schloss. Es war bis 1918 die Hauptresidenz des Mecklenburger Herzogtums und ist heute Sitz des Landtages. Es liegt auf einer kleinen Insel im Schweriner See. Insgesamt zählen zwölf Seen zum Stadtgebiet.

Das Wetter meinte es wieder sehr gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein liefen wir durch den Schlosspark auf das eindrucksvolle Schloss zu, das fast an Schloss Neuschwanstein von König Ludwig erinnerte. 

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Blick vom Schlosspark auf Dom und Ministerien

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Museum

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Reiterdenkmal Grossherzg Friedrich Franz II., der Erbauer des Schlosses

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Blick vom Schloss auf den Schweriner See

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Mir fielen die zahlreichen Kamerateams und Übertragungswagen auf. Zwischen Schloss und Regierungsgebäuden waren auch Fernsehstudios aufgebaut. Dann kam mir der Grund in Erinnerung, es war Wahlsonntag.

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Der Bummel durch die wunderschöne Altstadt war sehr interessant. Undenkbar, wenn sie zerstört worden wäre.

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In einem Prager Café stärkten wir uns zwischendurch. Die umfangreiche Kuchentheke machte die Auswahl schwer. Mit neuer Energie setzten wir unseren Spaziergang fort.

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Marktplatz mit Töpfermarkt

Dann ging es zurück zum Schloss und durch den Park wieder zum Fahrzeug.

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Beim Abendspaziergang mit Jana lief ich auf eine leichte Anhöhe hinter dem Stellplatz und hatte einen noch schöneren Blick zum Schloss hinüber.

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Der Besuch dieser sehenswerten Stadt war ein perfekter Abschluss des diesjährigen Urlaubs.

Am nächsten Morgen regnete es in Strömen. So fiel das Heimfahren nicht ganz so schwer 😉

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Dieser Stellplatz ist ein einfacher Parkplatz ohne V/E direkt hinter dem Schlosspark. Nachts ist er sehr ruhig. Durch den Park kommt man in kurzer Zeit zum Schloss und/oder in die Altstadt. Ausser uns übernachteten nur noch 3 weitere Wohnmobile. Der Preis von 10,– Euro/24 Stunden in der Nebensaison (wir waren gegen Ende September dort) ist ok. In der Hauptsaison zahlt man allerdings 30,– Euro/24h, das wäre uns zu teuer gewesen.

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Neuendorf am Saaler Bodden

Nach der Insel Poel wollten wir ursprünglich die vorletzte Nacht des Urlaubs fussläufig zu Ahrenshoop verbringen. Dieses Künstlerdorf interessiert mich, weil ich von meiner Tochter dieses Jahr zum Geburtstag die Bücher der Ostsee-Trilogie geschenkt bekommen hatte. Die sehr spannende Geschichte spielt grösstenteils in Ahrenshoop.

Aber schon bei der Durchfahrt sahen wir, dass Ort total überlaufen war und dafür 25,– Euro für eine Nacht bezahlen ohne Service war uns dann doch zuviel. Ahrenshoop werden wir uns mal in einer ruhigen Jahreszeit ansehen und dann dafür ausgiebig.

Nach Prerow und Zingst fuhren wir weiter in südlicher Richtung am Saaler Bodden entlang bis kurz vor Neuendorf. Dort fanden wir direkt am Hafen einen schönen Stellplatz auf einer Wiese. Auf einer Tafel stand, dass man sich einfach einen Platz suchen soll und am nächsten Tag bei Hafenmeister bezahlen. Dieser kommt in der Nachsaison vormittags für 2 Stunden vorbei.

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Wir hatten Glück, mit dem wirklich schön gelegenen Platz und dem Wetter. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir draussen sitzen und einfach die Ruhe geniessen.

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Das daneben liegende kleine Restaurant mit Biergarten war gut besucht, auf dem Platz hörte man aber nichts davon.

Abends erlebten wir sogar einen schönen Sonnenuntergang. Es war erst der zweite in diesem Urlaub und würde auch der letzte sein. Um so mehr genossen wir ihn.

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Dieser Übernachtungsplatz war auch ein offizieller Wasserwanderrastplatz, der von zwei Faltbootfahrern angesteuert wurde. Das weckte positive Erinnerungen an die Zeit, als ich mit meinem früheren Partner die Flüsse, vor allem in Frankreich, mit Kanu oder Faltboot befahren hatte.

Nach einer sehr ruhigen Nacht hatte ich morgens beim Laufen mit Jana noch ein besonderes Erlebnis. Geräuschvoll zogen verschiedene Kranichzüge über mich hinweg. Das war sehr eindrucksvoll und berührend. Hatte das so noch nie erlebt.

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Nach dem Frühstück bezahlte ich beim sehr netten Hafenmeister im Büro und lief nochmal über den Steg, um mich von diesem wunderschönen Ort zu verabschieden. Auch hierhin würde ich irgendwann zurück kehren.

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Vielleicht war es ganz gut, dass es mit Ahrenshoop dieses Mal nicht geklappt hat. Sonst hätten wir diesen sehr schönen idyllischen Ort nicht kennengelernt.

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Dieser Stellplatz am Neuendorfer Hafen bietet Platz für ca. 20 Wohnmobile, auch für Dickschiffe. In der Gebühr von 15 Euro sind Strom und V/E enthalten, es gibt im Obergeschoss des Hafengebäudes sogar Duschen und Toiletten. Die 2,– Euro für den Hund brauchte ich nicht zahlen. Der Hafenmeister meinte, es wäre ja nicht mehr viel los.

Der Wohnmobilstellplatz ist ganzjährig nutzbar, V/E aber nur von Anfang April bis Ende Oktober. In der Hauptsaison kommt regelmässig ein Verkaufswagen mit Lebensmitteln, ausserhalb müsste man vorher einkaufen gehen.

Der Platz ist ideal für Naturfreunde. Er bietet eine absolut ruhige Lage.

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Timmendorf auf der Insel Poel

Die Insel Poel hatten wir auch noch nie besucht und von Wismar aus waren es keine 20 Kilometer bis dorthin. Wir fuhren über den befahrbaren Damm hinüber und genossen die schöne Natur und die sehenswerten Orte auf dem Weg nach Timmendorf.

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Dort gab es einen Leuchtturm und das war für mich persönlich fast ein Muss ;-). Dieser Leuchtturm markiert die Einfahrt in die Wismarer Bucht und ist einer der beiden grösseren Leuchttürme auf der Insel.

Vor dem Ortseingang lag links ein Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile standen. Wir parkierten erst dort und sahen dann, dass Übernachten nicht erlaubt war. Aber wenige Meter weiter gab es einen offiziellen Stellplatz. Diesen fuhren wir dann auch an. Nach der Anmeldung machten wir uns gleich auf den Weg das autofreie Timmendorf zu erkunden. Auch hier waren die Strassen voller Menschen, aber trotzdem strahlte der Ort Ruhe aus.

Vom Leuchtturm aus, der inmitten des alten Lotsenhauses steht, konnte man entweder zur Steilküste laufen oder an den langen Sandstrand. Wir hatten Jana dabei und am Strand war Hundeverbot. Hunger hatten wir auch und deswegen gingen wir erst einmal in eines der netten kleinen Restaurants. Danach verweilten wir noch ein bisschen im kleinen Hafen, wo neben Sport- und Fischerbooten auch ein Lotsenboot lag.

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Am Nachmittag nutzte ich die Gelegenheit und besorgte die restlichen Mitbringsel. In einem Laden dort gab es die typischen Sanddorn Spezialitäten, die es bei uns in der Gegend ja nicht gibt. Natürlich kam ich nicht an der Bäckerei vorbei ohne für jeden ein Stück Sanddorntorte mitzunehmen. Die war echt lecker und schmeckte nach mehr.

Der Abendspaziergang führte, wie könnte es auch anders sein, zum Leuchtturm und ans Wasser. Die Tagestouristen waren nicht mehr da und man hatte den Ort fast für sich alleine. Timmendorf mit seinen reetgedeckten Häusern ist wirklich ein schöner idyllischer Ort.

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Dort könnte man mehrere Tage verweilen, aber irgendwann kommen wir wieder. Ich denke auf dieser Insel gibt es sicher noch mehr Schönes zu entdecken. Das war jetzt einfach ein kurzes Kennenlernen, das Lust auf mehr machte.

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Der offizielle Stellplatz in Timmendorf liegt direkt rechts am Ortseingang. Daneben gibt es auch noch einen grossen Campingplatz. Man steht auf Rasen und kann den Platz selbst wählen. Wir haben für eine Nacht 15,– Euro bezahlt (von 6 – 24 Uhr 5,– plus 24 – 6 Uhr 5,– und ab 6.00 nochmal 5,–). Inbegriffen ist V/E (recht schlammig nach Regen). Wasser kostet 0,50 Euro/50 Liter (im Winter anscheinend abgestellt) und Strom 1,– Euro/kWh. Die Gebühr zahlt man vor der Ausfahrt am Automaten. Nach der Ankunft sollte man sich im Laden nebenan anmelden und die Kurtaxe von 1,50 Euro pro Person und Nacht bezahlen. Ein wirklich guter Bäcker mit grosser Auswahl an Brot und Kuchen ist in 5 Minuten zu Fuss erreichbar,

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Wismar

Am frühen Nachmittag starteten wir in Lübeck und fuhren Richtung Osten. Vor 8 Jahren hatten wir die Ostsee von Travemünde bis zur polnischen Grenze erkundet, aber damals hatte ich nur 2 Wochen Urlaub und da hatten wir natürlich nicht alles gesehen. Jetzt wollten wir Neues entdecken in den wenigen Tagen die uns noch zur Verfügung standen.

Wir wählten die Strecke über Dassow und folgten der Erlebnisstrasse der Deutschen Einheit bis Wismar. Unterwegs legten wir bei Boltenhagen im Hafen eine Pause ein, die wir für einen Spaziergang mit Jana und leckeren Fischbrötchen aus dem dortigen Fischereihof nutzten. Im Hafen herrschte Aufbruchstimmung. Überall wurde abgebaut und zusammengeräumt. Die Saison war zu Ende.

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In Wismar wollten wir eigentlich auf den Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe des Alten Hafens. Aber der war schon voll und es standen noch einige Fahrzeuge am Strassenrand. Wir fanden aber eine Alternative neben dem Erlebnisbad “ Wonnemar“. Als wir dort ankamen stand nur ein weiteres Wohnmobil dort, aber im Laufe des Nachmittags füllte sich der Platz.

Wismar ist nach Rostock die zweitgrösste Hafenstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt stand zwischen dem Ende des Dreissigjährigen Krieges bis 1803 unter schwedischer Herrschaft. Seit Mitte 2002 gehört die aufwendig sanierte historische Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Am späten Nachmittag liefen wir durch die „Kuhweide“ Richtung Altstadt. Das Gebiet heisst so, weil es bis Mitte des 20. Jahrhunderts als Kuhweide genutzt wurde. Dort können viele Vogelarten beobachtet werden und auch Wildschweine leben im Schilfgürtel.

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Blick von der „Kuhweide“ auf Marienkirchturm und Georgenkirche

Die Altstadt gefiel mir auf Anhieb. Der Turm der Marienkirche überragte die sehr schönen Häuser. Das dazu gehörige Kirchenschiff wurde leider gesprengt, weil es durch den 2. Weltkrieg zu stark beschädigt wurde.

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Leider fing es wieder an zu regnen, aber das hielt uns (noch) nicht davon ab die Altstadt zu erkunden.

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Wir kamen auch an den relativ grossen Marktplatz mit seinen interessanten Gebäuden.

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rechts der „Alte Schwede“ aus dem Jahr 1380

Zum Abschluss wollten wir noch zum „Alten Hafen“. Aber der Regen wurde immer stärker. Deswegen verschoben wir das auf den nächsten Morgen in der Hoffnung auf besseres Wetter.

Nach einer ruhigen Nacht machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg in den Hafen. Das Wetter meinte es gut mit uns. Man sah sogar ein bisschen blauen Himmel.

Dieses Mal wählten wir den Weg durch das bewohnte Gebiet. Im Westhafen sahen wir ein ehemaliges Kreuzfahrerschiff, das anscheinend seit 2019 als Wohnschiff für die Beschäftigten der Werften genutzt wird. Dazu wurde das Schiff an die Kläranlage angeschlossen und erhielt auch Landstrom.

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Danach erreichten wir den alten Hafen. Er wurde Anfang des 13. Jahrhunderts angelegt und zeigte noch den Flair von früher. Es waren so früh am Vormittag nur wenige Menschen unterwegs und so konnte man die Atmosphäre ungestört auf sich wirken lassen.

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Thormann Speicher

Das Wassertor ist das letzte von ehemals fünf Stadttoren Wismars. Es ist gleichzeitig das einzige erhaltene Wassertor an der deutschen Ostseeküste.

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Viele Schiffe boten frischen und geräucherten Fisch an. Wir nahmen eine Auswahl vom geräucherten für das Mittagessen mit. Ab 11.00 Uhr strömten immer mehr Menschen in den Hafen. Viele standen auch an Kuttern an, die eine Fahrt durch die Wismarer Bucht zur Ostsee anboten. Es wurde dann noch richtig voll, aber wir machten  uns sowieso auf den Weg zurück zum Fahrzeug. Wir wollten noch zur nahen Insel Poel fahren.

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Stellplatz am Wonnemar: es handelt sich um einen einfachen Übernachtungsplatz ohne V/E, aber mit Abfallentsorgungsmöglichkeit. Er liegt direkt zwischen dem Erlebnisbad und einem Parkhaus. Gleich dahinter befindet sich das Biotop „Kuhweide“ durch das man in die Altstadt laufen oder mit dem Fahrrad fahren kann. Die Gebühr von 7,– Euro/24 Stunden bezahlt man zu den Öffnungszeiten des Bades an der dortigen Kasse.

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Schleswig-Holstein – Lübeck

In Lübeck fuhren wir direkt den Stellplatz am Rande der Altstadt an. Es gab sogar mehrere Plätze in der Nähe, auf denen auch Wohnmobile standen. Über den Preis weiss ich nichts, denn wir hatten das Glück, dass direkt nach unserer Ankunft eine Dame ans Fenster klopfte und uns ihr bis 14.00 Uhr gültiges Ticket anbot. Davon machten wir dankend Gebrauch, denn übernachten wollten wir dort sowieso nicht und bis 14.00 Uhr hatten wir 4 Stunden Zeit für die Erkundung der Altstadt.

Im Mittelalter war Lübeck die Hauptstadt der Hanse und aus dieser Zeit stammen auch die Gebäude im Stil der Backsteingotik. Ende 1987 wurde die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Der Stellplatz lag direkt am Ufer der Trave und die Altstadt war auf der anderen Flussseite. Wir liefen über die Brücke beim Platz und dann gleich in eines der nächsten Gässchen hinein. Das sah schonmal richtig gut aus.

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Was ich bis dahin nicht wusste war, dass die Altstadt auf einer Insel inmitten der Trave liegt. So lernt man immer wieder dazu.

Beim Weiterbummel kamen wir auf den Marktplatz mit seinem sehenswerten Rathaus.

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Rathaus

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Langes Haus

 

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Hauptgebäude

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Es gab aber auch sonst viel Interessanten zu sehen, unter anderem entdeckten wir drei der fünf Kirchen in der Altstadt. 

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Im Hintergrund die Türme des Doms zu Lübeck

 

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St. Petri Kirche

 

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St. Aegidien

Ein Besuch des Marzipan-Speichers durfte natürlich nicht fehlen. Das Marzipan gibt es natürlich auch bei uns in der südwestdeutschen Ecke zu kaufen. Aber die besonderen Figuren wie zum Beispiel rosa Krabben oder braune Aale, die habe ich nur dort gesehen. Wir kauften ein paar Mitbringsel und natürlich auch ein bisschen was für uns selber.

Jetzt fehlte nur noch das Wahrzeichen der Stadt, das Holstentor. Dieses Tor wurde 1478 fertig gestellt und gehört zu den Resten der Stadtbefestigung. Bis ins 19. Jahrhundert gab es vier Stadttore, heute nur nur die Reste von zwei. Davon ist das Holstentor das bekannteste. Auf der Stadtseite der Trave fanden wir ein Modell des inneren Holstentores. Das war der älteste Teil der Holstentoranlage

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Das sehr gut erhaltene bekannte Holstentor befindet sich auf der anderen Seite der Trave und ist über die Holstenbrücke zu erreichen.

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Wir blieben dann auf dieser Flussseite und kehrten langsam zum Ausgangspunkt zurück. Auch über die Trave hinweg boten sich sehr schöne Eindrücke und wir legten den einen oder anderen Halt ein.

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In Lübeck endete unsere Rundfahrt durch Schleswig-Holstein, die wir in Friedrichstadt begonnen hatten. 

Damit war unser Urlaub aber noch nicht ganz zu Ende. Wir hatten noch ein paar Tage Zeit. Diese wollten wir nutzen, um vor der endgültigen Heimfahrt noch einen kleinen Umweg über Mecklenburg-Vorpommern zu machen. 

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Schleswig-Holstein – Niendorf (Hafen)

Nach der Übernachtung im Fährhafen von Puttgarden verliessen wir die Insel Fehmarn und fuhren Richtung Lübeck. Auch hierfür wählten wir die küstennahe Strecke und machten an schönen Stellen halt, um mit Jana zu laufen. Das Wetter zeigte sich ab dem Mittag wieder von seiner regnerischen Seite. Unterwegs schauten wir uns ein paar Stellplätze an, aber nach „Kuschelstehen“ war uns nicht und so kamen wir bis nach Niendorf.

Dort hatten wir Glück und fanden neben dem Parkplatz beim Vogelpark einen schönen Stellplatz, auf dem wir über Nacht bleiben wollten. 

Wir machten es uns im Wohnmobil gemütlich, in der Hoffnung, dass der Regen irgendwann mal aufhört. Gegen Abend war es soweit und wir konnten einen schönen Spaziergang zum Hafen machen.

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Dieser kleine Hafen gefiel mir auf den ersten Blick. Trotzdem fast alles schon geschlossen hatte, nachmittags muss vieles laut Öffnungszeiten noch offen gewesen sein, strahlte er viel Atmosphäre aus. Sogar eine kleine Kaffeerösterei gab es dort und eine Töpferei sowie viele Fischverkaufsstellen. Schade, hätte mich doch im Regen auf den Weg machen sollen. Aber so habe ich schon einen Grund Niendorf wieder einmal zu besuchen.

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Am nächsten Morgen war es noch trüb, aber trocken. Für den Frühspaziergang mit Jana wählte ich den Weg zum Vogelpark. Er war natürlich noch geschlossen. Die Umgebung dort erinnerte mich an die Petite Camargue gleich neben meinem Dorf  im Elsass.

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Nach dem Frühstück fuhren wir weiter nach Lübeck. Travemünde liessen wir aus, das hatten wir vor ein paar Jahren während des ersten Ostseeurlaubs besucht.

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Der Wohnmobilstellplatz beim Vogelpark Niendorf kostet 10,– Euro für 24 Stunden, länger ist nicht erlaubt. Bei uns wurde am Nachmittag und am folgenden Vormittag durch das Ordnungsamt kontrolliert. In der Saison kommen 3,– Euro Kurtaxe pro Person dazu. Parkscheine können am Automat gelöst werden. Im Preis enthalten sind V/E, Toiletten und Abfall. Strom kostet 1 Euro/kWh. Der Platz ist nachts beleuchtet.

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Schleswig-Holstein – Insel Fehmarn

Nach der schlaflosen Nacht an der Schleuse freuten wir uns auf eine ruhige Nacht irgendwo auf der Strecke. Wir fuhren küstennah Richtung Fehmarn und fanden in Hohwacht auf dem Stellplatz noch einen freien Platz am Rand. Dort konnten wir für 10,– Euro (Nebensaisonspreis) eine Nacht stehen, incl. V/E, die laut Aushang aber nur von April bis Oktober geöffnet hat. Strom steht ganzjährig zur Verfügung. Es war wirklich sehr ruhig dort und in wenigen Minuten waren wir zu Fuss an der Ostsee.

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Es war trotz Sonnenschein kühl, dazu wehte ein starker Wind. Nach dem Spaziergang wärmten wir uns in einem Café bei einem Pharisäer auf. Auf dem Rückweg zum Platz kamen wir an einer Fischräucherei vorbei, die gerade geöffnet hatte. Dort holten wir uns das Abendessen und verbrachten einen gemütlichen Abend im Wohnmobil. Beim letzten Spaziergang mit Jana sah ich, dass in den beiden offenen Restaurants jeder Platz besetzt war.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstück weiter nach Oldenburg (Holstein). Ich hatte Probleme mit dem Handy und wollte dort in einen Shop. Geparkt haben wir auf dem Parkplatz beim Wallmuseum. Dort hätte man auch übernachten können. 

Ein Fussweg durchs Grüne führte uns in einer Viertelstunde in den Ort.

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Marktplatz

Nach der Rückkehr zum Wohnmobil fuhren wir über die Brücke hinüber nach Fehmarn, der drittgrössten Insel Deutschlands.

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War es bisher schon überall sehr voll gewesen, so übertraf Fehmarn alles. Die Gehsteige in Burg waren dermassen überfüllt mit Menschen, dass die Leute, wenn überhaupt nur im Gänsemarsch vorwärts kamen. Wir fuhren zum Hafen Burgstaaken, um uns dort etwas umzuschauen. Der Stellplatz dort war so dicht zugeparkt, dass man froh sein konnte ohne Verrenkungen aussteigen zu können. Eine Übernachtung dort zogen wir nicht einmal ansatzweise in Betracht. 

Wir liefen eine Runde über das Gelände und da Mittagszeit war und wir Hunger hatten, holten wir uns ein Fischbrötchen. Die wurden frisch zubereitet und waren echt gut. Dieser kleine Hafen gefiel mir sehr gut.

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U-Boot Museum

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Weiter ging es auf der Tour rund um die Insel. Aber das Bild änderte sich kaum. Hotel-Hochhäuser standen hinter dem Strand, die schmalen Strassen waren voller Fahrräder. Viele endeten in einer Sackgasse.

Einen Übernachtsplatz fanden wir in Puttgarden auf dem Westmolen-Parkplatz (17,– Euro/24 Stunden, nur Abfallentsorgung). Er lag gegenüber von einem Bordershop am Fährhafen. Die Fähren verkehrten in kurzen Zeitabständen hinüber nach Dänemark.

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Neugierig statteten wir dem Bordershop einen Besuch ab. Wir dachten er hätte ähnlich günstige Preise wie im Duty free auf den Fähren nach Grossbritannien. Aber weit gefehlt, die hohen Preise erstaunten mich und noch mehr, dass die Kunden dort ihre Einkaufswagen gut gefüllt hatten. In jedem Supermarkt auf der Insel hätten sie die Waren günstiger bekommen.

Weit interessanter war es von der Kaimauer oder auch vom Deich aus den Fährbetrieb zu beobachten.

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im Hintergrund sieht man Dänemark

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Auf dem Deich konnte ich auch wunderschöne Spaziergänge mit Jana machen. Leider konnte ich sie nicht von der Leine lassen, zu viele Hasen lebten dort.

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Abendstimmung

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Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf diesem Platz. Ausser uns übernachtete nur ein weiteres Wohnmobil, vielleicht wegen dem doch relativ hohen Preis für einen einfachen Parkplatz.

Was mir besonders gut gefiel, war die wunderschöne Blumenrabatte, die den Platz einrahmte.

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Schleswig-Holstein – Kieler Förde

Von Eckernförde ging es küstennah weiter Richtung Kieler Förde, immer mit der Option an einem schönen Platz an der Ostsee zu bleiben. Aber irgendwie waren entweder schon zu viele dort oder es war ein Nachtparkverbot. Auf der Karte hatte ich den Leuchtturm Bülk an der äußersten östlichen Landspitze im Norden der Kieler Förde gesehen. Dort hätte ich sehr gerne übernachtet. Einen Versuch war der kleine Umweg dorthin auf alle Fälle wert. Aber leider hätte nicht mal mehr ein Kleinwagen auf einen der wenigen Plätze gepasst. Schade! Aber wenigstens ein Foto wollte ich davon.

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Wir fuhren weiter Richtung Kiel, aber keiner der Plätze unterwegs lud zum Bleiben ein. Mein Partner hatte dann die Idee auf dem Stellplatz an der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals zu übernachten. Ein paar Tage vor unserer Reise war dieser in einer Fernsehsendung vorgestellt worden.

Die Schleuse in Kiel-Holtenau ist eine der beiden Schleusen des fast 100 Kilometer langen Nord-Ostsee-Kanals, die den Wasserstand zwischen Kanal und in diesem Fall der Ostsee ausgleicht. Sie besteht aus zwei kleinen und zwei grossen Kammern. Der Schleusengang dauert je nach Wasserstand zwischen 3 und 30 Minuten, 3 Minuten aber nur bei ausgeglichenem Wasserstand.

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Online wird der Stellplatz als einer der schönsten Plätze Schleswig-Holsteins angepriesen. Ehrlich gesagt, diese Aussage stimmt für mich persönlich nicht. Er liegt in einer etwas düsteren Gegend. Bei den Gängen mit Jana habe ich mich nicht sehr wohl gefühlt. Einzig der Blick auf Kanal und Förde ist schön, aber den hat man von der anderen Kanalseite auch. Aber ich machte meinem Partner den Gefallen. Wir mit unserem französischen Kennzeichen waren fast so etwas wie Exoten. Anscheinend waren wir die ersten „Ausländer“ in diesem Jahr und es gäbe auch in „normalen“ Jahren höchstens 3 – 4 Wohnmobile mit F-Kennzeichen. Dafür bekam ich ein Kompliment für mein akzentfreies deutsch ;-).

Der Platz (es gibt 30, davon 18 in der 1. Reihe) kostet in der ersten Reihe (Blick auf die Schleuse) 20,– und in der zweiten Reihe 15,– Euro, incl. V/E. Sanitäre Anlagen sind auch dabei (ich zog die eigenen vor). Strom kostet 5,– Euro/Tag. Der Imbiss ist von 9.00 – 21 Uhr geöffnet. Über die Qualität kann ich nichts sagen. Die Coronamassnahmen wurden sehr genau genommen. So musste man beim Verlassen des Fahrzeuges die Maske anziehen, auch wenn man alleine die wenigen Meter bis zur Strasse lief. Ausserdem durften im Fahrzeug nur die Fenster und Türen der rechten Seite geöffnet werden, links mussten sie geschlossen bleiben.

Zugegebenermassen war es schon interessant, die teils sehr grossen Schiffe bei der Ein- oder Ausfahrt zu beobachten. Wir hatten einen Platz in der ersten Reihe und abends war es fast wie fernsehen. Da dachte ich aber noch, dass die Schleusenanlage, wie hier bei uns am Oberrhein, nachts Pause macht.

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Leuchtturm auf der gegenüberliegenden Seite

Das mit der Nachtruhe war ein Irrtum. An Schlaf war nicht zu denken. Nicht nur, dass das Dröhnen der Schiffsmotoren kaum verstummt immer wieder los ging, kam bei grossen Schiffen das Vibrieren des ganzen Wohnmobils dazu. Deswegen war ich beim ersten Tageslicht schon wieder draussen mit Jana.

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Am Tag vorher standen an dem Geländer auf dem Bild oben die Menschen dicht an dicht.

Wir machten uns sehr früh auf die Weiterfahrt. Munter waren wir ja ;-). Durch die Randzone von Kiel kamen wir auf die andere Seite der Förde.

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Blick über die Kieler Förde auf den Leuchtturm Friedrichsort

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Dort war unser erstes Ziel das U-Boot -Ehrenmal Möltenort in Heikendorf. Diese Gedenkstätte wurden den Gefallenen der deutschen U-Boot-Einheiten im Ersten und Zweiten Weltkrieg gewidmet. Es wird dort aber auch den im Dienst der Bundeswehr ums Leben gekommenen U-Boot-Fahrer gedacht.

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auf den Tafeln rechts und links stehen die Namen der Gefallenen

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Der Adler auf dem 15 Meter hohen Pfeiler ist fast 5 Meter hoch.

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Für mich persönlich war dieser Besuch sehr emotional. Mein Vater hatte den Krieg als U-Boot-Fahrer zwar überlebt, aber seine Erzählungen wurden wieder lebendig und fast fühlte ich seine Anwesenheit neben mir.

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im Hintergrund erkennt man das Marine-Ehrenmal in Laboe

Den nächsten Halt legten wir im nur wenige Kilometer entfernten Marine-Ehrenmal in Laboe ein. Dort wird der gefallenen deutschen Marinesoldaten beider Weltkriege gedacht. Ursprünglich war es in den 1930er Jahren für die Marineopfer des 1. Weltkrieges errichtet worden. 

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U-Boot Museum Laboe

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1996 wurde das Ehrenmal auch zur Gedenkstätte  für die auf den Meeren gebliebenen Seeleute aller Nationen.

Nach dem Besuch der beiden Gedenkstätten an der Kieler Förde verliessen wir diesen Teil der Ostsee und machten uns auf die Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz.

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Schleswig-Holstein – Eckernförde

Eigentlich war vor der Weiterfahrt ein Besuch im Geltinger Birk geplant, aber am Morgen regnete es in Strömen und es war sehr stürmisch. Laut Vorhersage sollte es den ganzen Tag so bleiben. Deswegen entschlossen wir uns nach Eckernförde weiter zu fahren. Irgendwann sind wir sicher wieder im höchsten Norden Deutschlands und dann können wir das nachholen.

Eckernförde ist eine über 700 Jahre alte Hafenstadt, die am Ende der Eckernförder Bucht liegt. Uns war ein Parkplatz (Fischerkoppel) am Stadtrand empfohlen worden. Dort konnte man kostenlos unter Bäumen stehen. Er befand sich in der Nähe eines Friedhofes auf dem Petersberg. Sogar freies Übernachten wäre dort möglich gewesen. 3 Wohnmobile standen schon dort, die Insassen schienen aber noch zu schlafen. Es war ja auch noch relativ früh am Vormittag.

Gleich über die Strasse war ein Aussichtspunkt und zu unserer positiven Überraschung sahen wir, dass der Hafen mit der dahinter liegenden Altstadt zu unseren Füssen lag.

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Wir hatten Glück und der Regen machte Pause. Sogar die Sonne liess sich kurz sehen. 

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Nach 5 Minuten Fussweg kamen wir unten im Hafen an und es waren noch erfreulich wenig Menschen unterwegs. Die meisten standen an einem Fischerboot, das fangfrischen Fisch anbot.

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in der Mitte der alte Speicher mit dem goldenen Engel auf der Spitze

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Der Hafen gefiel mir sehr gut, er strahlte Atmosphäre aus. Bildtafeln zeigten wie es früher dort aussah. Eine Besonderheit war die klappbare Holzbrücke aus dem 19. Jahrhundert.

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Der Bummel durch die wunderschöne Altstadt war sehr beeindruckend, trotzdem die Anzahl der Menschen auf den Strässchen und Gassen zusehends mehr wurde. So kurz vor den Wahlen gab es auch viele Stände, die die Wähler mit Rosen für die Damen und Gesprächen von ihrer Partei überzeugen wollten. Der Charme der Altstadt war deutlich spürbar.

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alte Post mit dem bemalten Engel, als Gegenstück zum goldenen auf dem alten Speicher

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Wir liefen abschliessend Richtung Förde und wollten am Wasser zurück zur alten Brücke laufen, über die wir wieder zum Petersberg kämen.

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Am Strand sahen wir einen Wagen, die Schäferwagenkirche. Hatte sowas in der Art noch nie gesehen, finde das etwas ganz Besonderes.

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Ein Stück weiter sah man rosa Quallen zwischen den Stegen. Irgendwie passte alles. In dieser Stadt war ich sicher nicht zum letzten Mal.

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Unbemerkt war die Sonne verschwunden und der Regen zurück gekommen. Schade, wäre gerne noch am Wasser gesessen.

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Wir liefen zum Fahrzeug zurück, überlegten kurz, ob wir dort über Nacht bleiben wollten, entschieden uns dann aber für die Weiterfahrt zur Kieler Förde. Es war ja erst kurz vor Mittag. 

 

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Schleswig-Holstein – Schleswig

Morgens waren wir relativ früh wach, frühstückten und fuhren dann erstmal in den Randbereich von Flensburg zurück um einzukaufen. Der Himmel war immernoch grau, aber wenigstens regnete es nicht mehr. Danach wählten wir die Strasse in Küstennähe Richtung Süden. Immer wieder kamen wir an belegten Campingplätzen vorbei, aber es war eh zu früh, um schon wieder Rast zu machen.

Spontan entschlossen wir uns in das Städtchen Schleswig zu fahren, das am westlichen Ende der Meeresbucht Schlei liegt und dort eventuell auch zu bleiben. Die Strasse führte uns immer wieder in Sichtweite der Schlei, wir machten auch einen längeren Spaziergang mit Jana am Ufer und am späten Vormittag erreichten wir Schleswig. Als erstes suchten wir den zentrumsnahen Stellplatz im Hafen auf. Dort standen die Wohnmobile dicht an dicht und entlang der Strasse warteten auch schon einige Fahrzeuge auf einen eventuellen freien Platz. Wir verzichteten und suchten einen einfachen Parkplatz vor einem Supermarkt auf. Dort durfte man 3 Stunden stehen und das müsste für einen Stadtrundgang reichen.

Wir liefen durch die Altstadt, vorbei am Sankt Petri Dom, in Richtung Schlei.

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An der Schlei erreichten wir die Siedlung Holm mit ihren kleinen Fischerhäuschen. Dieses Fischerdorf lag ursprünglich auf einer kleinen Insel vor Schleswig und war nur durch eine Brücke mit der Stadt verbunden. Holm bedeutet auch ‚kleine Insel‘. Erst 1933 wurde der Seitenarm der Schlei, der die Insel von der Stadt trennte, trockengelegt. 

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Vor 120 Jahren lebten noch 100 Fischerfamilien vom Fischfang auf dem Holm, 50 Jahre später waren es nur noch ca. 60. Heute gibt es dort nur noch wenige Fischer, die ihren Beruf ausüben. Eine Besonderheit ist, dass die Holmer Fischer schon im 12. Jahrhundert Sonderrechte hatte, die im Stadtrecht bestätigt wurden. Diese gelten mit einer kleinen Einschränkung bis heute. Das heisst, sie dürfen nicht wie früher auf der ganzen Schlei fischen, sondern nur noch bis Sieseby, das liegt aber über 30 Kilometer von Holm entfernt.

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Diese Siedlung mit ihren wunderschönen Fischerhäuschen war so ganz nach meinem Geschmack. Auch dort fielen mir die gepflegten Rosenbäumchen an der Fassade auf.

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Die ganze Atmosphäre dort strömte Ruhe und Beschaulichkeit aus. Katzen lagen in der Sonne, Bewohner sassen auf den Bänken vor dem Haus. Es war einfach nur schön.

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Mit diesen schönen Eindrücken im Kopf kehrten wir zum Fahrzeug zurück und machten uns auf den Weg zurück Richtung Küste mit der Option an einem schönen ruhigen Platz eine Übernachtungsstelle zu finden.

Entlang der Schlei fanden wir nichts, oft endeten vielversprechende Strassen an einem Privatgrundstück oder wir suchten einfach an den falschen Orten. Dazu kam eine grössere Umleitung und schon waren wir wieder auf der Küstenstrasse. 

Wir fuhren wenige Kilometer Richtung Norden und steuerten den Stellplatz Gelting-Mole an, ein Tipp in der App. Dort gab es sogar noch einen schönen Platz mit Blick auf die Ostsee. Nach der Anmeldung beim Hafenmeister machten wir erstmal einen kleinen Spaziergang auf dem Küstenweg Richtung Gelting. Da konnte Jana endlich mal wieder springen.

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Blick Richtung Jachthafen

Gegen Abend kam die Sonne richtig durch und es wurde noch sehr schön. Das nutzten wir, um den Hafenbetrieb zu beobachten – Boote wurden reingeholt und auf den Winterplatz befördert und ein defektes Boot wurde durch die Küstenwache reingeschleppt. 

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Danach liefen wir noch ein Stück in nördlicher Richtung mit Blick auf Dänemark.

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IMG_20210916_152637_Bildgröße ändern

IMG_20210916_152949_Bildgröße ändernIn der Nähe gab es ein schönes kleines Restaurant, dessen Speisekarte sehr vielversprechend aussah. Leider war für den Abend kein Tisch mehr frei. Bedauerlich, stand doch auch Labskaus auf der Karte und dieses Gericht mag ich sehr. So machten wir es uns nach Einbruch der Dunkelheit im Wohnmobil gemütlich und erlebten eine ruhige Nacht.

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Den Wohnmobilstellplatz Gelting-Mole kann ich empfehlen: sehr netter Hafenmeister, bei dem man auch Brötchen für das Frühstück bestellen könnte. In der Saison hat der kleine Laden im Hafen geöffnet. Der Platz kostet 17,– Euro/Nacht incl. Strom, V/E, Toiletten, Duschen, das freie W-Lan funktionierte nur in der Nähe der Hafenmeisterei. Es gibt sogar 2 Sanitärgebäude, wird das neben dem Platz liegende gereinigt, kann man das andere bei der Hafenmeisterei benutzen. Die ganze Anlage ist sauber und gepflegt. Von dort aus kann man in beide Richtungen an der Küste entlang wandern oder mit dem Fahrrad fahren.

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Blick auf den Platz vom Küstenweg aus

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