Ribeauville, ein weiteres Dorf an der Elsässer Weinstrasse

Wir mussten im Mai nach Strassburg aufs Konsulat und nutzten den Heimweg für einen Abstecher nach Ribeauville, einem mittelalterlichen Städtchen an der Elsässer Weinstrasse. Selber war ich vor Jahren mal auf dem bekannten Weihnachtsmarkt dort, der vor Corona immer im Stil des Mittelalters stattfand und mir in sehr positiver Erinnerung geblieben ist. Für meinen Partner war es der erste Besuch dort.

Ribeauville, auf elsässisch Rappschwihr (Rappoltsweiler) liegt ca. 15 Kilometer nordwestlich von Colmar am Rand der Vogesen und war im Mittelalter Sitz der Herren von Ribeaupierre, die der Stadt ihren Namen gaben. Über Ribeauville sieht man heute noch die Ruinen der 3 Burgen von ihnen. Um die dritte Burg sehen zu können, muss man etwas Abstand zum Ort haben, weil sie am höchsten liegt.

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die Burg Saint Ulrich, (älteste und größte der 3 Burgen)


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rechts oben: Burg Girsberg

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Wie in den anderen Dörfern des Elsass wechselte auch in Ribeauville die Länderzugehörigkeit mehrmals zwischen Frankreich und Deutschland. 

Es stehen noch Teile der alten Stadtmauer und einige Wehrtürme. Der Metzgerturm aus dem 13. Jahrhundert hat seinen Namen von der Metzgerzunft, die für ihn bei Angriffen verantwortlich war.

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Metzgerturm

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Die Anzahl der Touristen hielt sich erfreulicherweise in Grenzen und alle hielten sich an die Mundschutzpflicht, die im Moment noch in den Ortschaften besteht. 

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Es war einfach schön durch die malerischen Strässchen und Gassen zu bummeln. Wäre es etwas wärmer gewesen, hätten sicher mehrere Lokale die Aussengastronomie geöffnet. 

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Immer wieder entdeckte man schöne Details, die diesen alten Städtchen ihren besonderen Reiz geben.

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Ich liebe diese idyllischen Elsässer Ortschaften und besuche sie immer wieder gerne. Fühle mich einfach wohl dort.

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Kleiner Spaziergang durch die Natur

Wieder einmal zog es mich zu einem Spaziergang in die Petite Camarque. Ich wollte zu dem Unterstand der Schottischen Hochlandrinder, dort hatte ich sie beim letzten Mal, als noch Schnee lag, gesehen. Leider waren sie nicht mehr dort. Schade, hätte zu gern gesehen, ob es Nachwuchs geben würde oder schon gab. Suchen machte keinen Sinn. Das Gebiet ist viel zu weitläufig und irgendwann würde ich sie sicher wieder treffen.

Dafür entdeckte ich auf den Schlafbäumen der Kormorane und Reiher ein Storchennest. Diese Gemeinschaft hatte ich so noch nie gesehen.

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Den Rückweg wählte ich an einem kleinen Kanal entlang…..

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……und konnte noch ein paar Haubentaucher beobachten….

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…ausserdem eine Nilgans, die auf einer kleinen Insel auf dem Nest sass.

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Und dann entdeckte ich die Hochlandrinder weit entfernt vom Weg doch noch. Darüber freute ich mich sehr.

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Beim Parkplatz entdeckte ich auf einem alten Baumstamm ein Gesicht, eigentlich sogar 2 Gesichter. Wenn man unterhalb der grossen Augen auf die 2 kleinen schaut, sieht das fast aus wie der Kopf eines Ebers mit Stosszähnen – zumindest in meiner Fantasie 😉

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Winterliche Eindrücke in der Petite Camargue

Vergangenen Sonntag lockten die Sonne und der blaue Himmel trotz Kälte zu einem Spaziergang nach draussen. Für Jana stand sowieso der Nachmittagsspaziergang an, ein Grund mehr den Minusgraden zu trotzen. 

Das Ziel war der Ausläufer der Petite Camargue gleich ausserhalb des Dorfes. Die zugefrorenen Teile des Teiches wirkten auf den ersten Blick fast wie die auflaufende Brandung am Meeresstrand.

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Die Stille in der Natur vermittelte einen Hauch von Urlaubsgefühl. 

Am nächsten Tag reizte mich der Gedanke ein bisschen tiefer in das Naturschutzgebiet vorzudringen. Dazu fuhr ich 2 Kilometer mit dem Auto. Hätte auch bis zum Parkplatz dort laufen können, aber die Wege waren so vereist, dass es mehr ein Schlittern als entspannten Laufen gewesen wäre.

Ich wählte eine Runde von ca. 1,5 Stunden, das Gebiet ist sehr weitläufig und man könnte sich stundenlang dort verweilen.

Unten sieht man eine Grundwasserquelle, von denen es einige in der Petite Camargue gibt.

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Die Stimmung dort war einzigartig. Als einzigstes Geräusch war das Hämmern eines Spechtes irgendwo in den Bäumen zu hören. Der Weg verlief zwischen Bäumen und immer wieder tauchten kleinere oder grössere Gewässer auf, mit Trampelpfaden bis ans Ufer.

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Mitten durch das Gebiet fliesst der Augraben, der einzigste Zufluss des Oberrheins im Elsass.

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Ich wunderte mich, dass ausser mir niemand unterwegs war. Auch Tiere waren keine zu sehen. Nehme an, dass sich die verschiedenen Arten von Enten in den nahen kleinen Kanälen aufhalten, solange die Teiche von Eis bedeckt sind.

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Und immer wieder erklärten zweisprachige Hinweistafeln die entsprechenden Gewässer.

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Auch Spuren von Wildschweinen, von denen einige hier leben, waren zu sehen.

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Auf dem letzten Teil der Runde entdeckte ich dann die schon vermissten Hochlandrinder. Anscheinend sind sie bei zuviel Schnee in einem extra Gehege mit einem heugefüllten Stall untergebracht. So nah hatte ich diese beeindruckenden Tiere bisher nur in Schottland gesehen.

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Ein paar Meter weiter liess sich dann sogar noch ein Silberreiher sehen.

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Es war ein sehr schöner Spaziergang und ich habe mir fest vorgenommen, ihn in diesem Jahr öfter zu wiederholen. Es wird sicher spannend, wenn das Leben in den Gewässern erwacht oder die Wasservögel Nachwuchs haben.

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Dambach la Ville

Wir hatten in einem Supermarkt einen sehr guten Elsässer Muscat entdeckt und interessierten uns für die Herkunft des Weines. Deswegen fuhren wir vorletzte Woche nach Dambach-La-Ville zum Winzer, um uns einen kleinen Vorrat dieses Weines zuzulegen. Wir wurden vom Juniorchef des Weinkellers sehr freundlich empfangen. Er erklärte uns, dass der Muscat in den Supermärkten nur für diese abgefüllt würden, er aber zwei weitere zum Probieren anbieten könnte. Von diesem Angebot machten wir gerne Gebrauch und wirklich schmeckte uns ein Muscat sogar noch besser. Davon nahmen wir dann 2 Kartons mit nach Hause.

Natürlich fuhren wir nicht zurück ohne uns den Ort anzuschauen. Dambach-La-Ville ist ein mittelalterlicher Weinort an der Elsässer Weinstrasse.  Er liegt 30 Kilometer nördlich von Colmar im Département Bas-Rhin. Das schöne an dem Ort ist, dass er wenig bekannt und dadurch auch in „normalen Zeiten“ nicht überlaufen ist.

Ausserhalb der Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert parkierten wir auf dem ansonsten leeren Parkplatz und betraten die Altstadt durch eines der drei noch erhaltenen Stadttore.

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alter Ziehbrunnen vor der Stadtmauer

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Leider fing es an zu regnen. Dadurch fiel der Rundgang etwas kürzer wie geplant aus. Aber wir entdeckten trotzdem viel Schönes.

 

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Ich persönlich bin ja ein grosser Fan von Fachwerkhäusern und kam dort voll auf meine Kosten.

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Rathaus, hinten die Kirche Saint Etienne

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Marktplatz

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Auch Weinliebhaber finden viele Weinkeller zum degustieren.

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Auf dem Rückweg zum Parkplatz kamen wir an einem Taubenschlag mit ausschliesslich weissen Tauben vorbei. Hätten sie sich nicht bewegt, hätte man sie fast für Skulpturen halten können.

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Auf dem ganzen Spaziergang durch Dambach-La-Ville begegneten wir nur 2 Menschen. Vielleicht lag es ja einfach am schlechten Wetter.

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Hochwasser am Oberrhein

Anhaltender Starkregen und Schneeschmelze in den Schweizer Alpen haben den Rheinpegel ansteigen lassen. Sogar der Schiffsverkehr ab Basel musste vorübergehend eingestellt werden. Aber seit gestern fahren die Schiffe wieder.

Mittags laufe ich bei schlechtem Wetter mit Jana meistens bei der Schleuse bei Kembs. Dort ist der Weg befestigt, weil er auch von der EDF (Stromerzeuger im Elsass) als Verbindungsweg genutzt wird. Aber es kommen nur sehr selten Fahrzeuge, da ist das kein Problem. Gestern fiel mir auf, dass der Wasserstand vor den Schleusenkammern sehr tief war. Ein breiter Schlammstreifen war beidseitig zu sehen. Trotzdem wurde geschleust, die Fahrrinne muss also trotzdem tief genug sein.

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Die 2 Bilder oben habe ich bei Regen mit dem Handy gemacht, deswegen die schlechte Bildqualität.

Solch ein Niedrigwasser habe ich hier in all den Jahren noch nie gesehen. Jana liess sich von ein paar Enten dazu verleiten ins Wasser bzw. Schlamm zu gehen. Dementsprechend sah sie hinterher aus und roch auch etwas streng 🙂

Deswegen liefen wir heute Mittag ein Stück flussabwärts auf der Insel zwischen Rheinkanal und Altrhein. Ich wollte Jana nicht in Versuchung bringen nochmals ein Schlammbad zu nehmen.

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der Grand Canal d’Alsace (links hinten das Schleusentor flussabwärts – rechts das Wehr bei Kembs, wo unser Strom erzeugt wird)

Der Altrhein gehört zu meinen Lieblingsgewässern. Es ist einfach ein besonderer Ort für mich.

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Bei Hochwasser wird vom Stauwehr bei Weil am Rhein (D) das Wasser in das alte Bett geleitet. Dann wird aus einem gemächlich fliessenden Fluss ein reissender Strom. Durch die Re-Naturisierung am französischen und deutschen Ufer (die Grenze ist in der Flussmitte), kann sich das Wasser in die Rheinauen ergiessen und lässt ein ganz neues Landschaftsbild entstehen.

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Zeuge aus der Zeit, als der Rhein noch nicht begradigt war und die Schiffe hier anlegen konnten…

Ausserdem wird dadurch auch die Hochwasserlage rheinabwärts entschärft – bis Köln soll es sich auswirken.

Mit der Ableitung des Wassers lässt sich auch das Niedrigwasser vor der Schleuse erklären. 

Es war ein wunderschöner Spaziergang mit interessanten und entspannenden Eindrücken. 

 

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Das Märchenhaus in Westhouse

Wir im Elsass haben ja das Glück, dass wir uns seit dem 15. Dezember tagsüber bis 18.00 Uhr im ganzen Land (noch?) frei bewegen können. Hier hatten die massiven Beschränkungen schon ab Ende Oktober 2020 gegolten.

Wenn das Wetter einigermassen gut ist, nutzen wir diese Freiheit, um eine kleine Fahrt in die nähere oder weitere Umgebung zu machen.

Ich hatte von einem Märchenhaus im Ort Westhouse gehört und das interessierte mich. Also verbanden wir eine Fahrt um Wein beim Winzer zu kaufen mit einem kurzen Abstecher dorthin.

Westhouse ist eine Gemeinde im Département Bas-Rhin (Niederrhein) im Elsass. Wir parkierten in der Nähe der Kirche und machten uns auf die Suche nach dem besonderen Haus.

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Das Dorf wirkte wie ausgestorben, nur ein einzelner Jogger kreuzte unseren Weg. Im alten Teil des Dorfes entdeckten wir dann das sogenannte Märchenhaus, hatte davon auch schon als Hänsel und Gretel Haus gehört.

 

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Das Haus war mit sehr viel Liebe zum Detail bemalt und dekoriert worden. Das grosse Tor wurde sicher handgeschmiedet.

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Es war interessant dieses Haus mit seiner Aussenanlage etwas genauer zu betrachten. Denke, dass vor allem  Kinder sehr viel Freude daran haben.

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Winter im Flachland

Vor 10 Tagen stattete der Schnee einen kurzen, aber intensiven Besuch bei uns in der oberrheinischen Tiefebene ab. Jana war begeistert und jeder Spaziergang war voller Abenteuer für sie.

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Ich liebe es morgens die ersten Spuren im frisch gefallenen Schnee zu hinterlassen. Auch später am Tag vermeide ich die gebahnten Wege und geniesse einfach die einzigartige Stimmung und das Knirschen unter meinen Schuhen.

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Man möchte meinen die Welt hält den Atem an, kein Geräusch stört diese Ruhe.

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Wieder einmal bin ich froh am Rande der Natur wohnen zu dürfen. In wenigen Minuten ist man mittendrin.

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Inzwischen streifte uns ein Ausläufer des Alpenföns mit 13 Grad Wärme und in wenigen Stunden war der Schnee geschmolzen. Aber immerhin konnten wir uns 4 Tage daran erfreuen und der Winter ist ja noch nicht vorbei. 

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Château de Ferrette

Diese Woche nutzten wir das noch trockene Wetter, um das Château de Ferrette zu besuchen. 

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Mitten in der Woche konnten wir mit wenig Menschen rechnen, dass wir gar niemandem begegneten erstaunte mich dann doch. Vielleicht lag es zum Teil auch am bedeckten Himmel und den eisigen Windböen. 

Ferrette (auf deutsch Pfirt) liegt nur 30 Kilometer von unserem Dorf entfernt im elsässischen Jura. Die Ruine des Schlosses thront über dem Ort und tauchte im Jahr 1100 zum ersten Mal in der Geschichte auf. Es ist somit eines der ältesten Schlösser im Elsass und kann eine bewegte Geschichte nachweisen.

Die Grafen von Ferrette zählten zu den mächtigsten Herrschern im Elsass. Nach dem Tod des letzten Grafen ging das Gebiet im Jahr 1324 durch Heirat in den Besitz der Habsburger über. Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss erweitert. Während des 30jährigen Krieges zerstörten es französische Truppen. Und wieder wechselte es 1777 durch eine Heirat den Eigentümer, dieses Mal ging es an die Vorfahren des Fürsten von Monaco. Noch heute kann sich Fürst Albert II. auch Graf von Ferrette nennen.

Das Dorf besteht aus zwei Teilen, dem ältesten Teil Vieux Ferrette, das wenige Kilometer vom Schloss entfernt liegt und Ferrette, direkt unter der Burg.

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Wir parkierten unterhalb der Burg und liefen nach oben zur Ruine. Der Weg war teilweise sehr abschüssig und glatt, besonders innerhalb der alten Burgmauern. Deshalb hielten wir uns sicherheitshalber an die Hauptwege, obwohl sicher noch einiges Verborgenes zu entdecken gewesen wäre.

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P1040528_Bildgröße änderndie alte Brunnenstube

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Die Ausblicke von dort oben ins Umland waren sehr schön. Wäre es nicht bewölkt gewesen, hätte man bis zum Schwarzwald hinüber schauen können. 

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Aber auch die Blicke Richtung Jura waren eindrücklich.

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P1040532_Bildgröße ändernBlick hinunter auf Ferrette, die Kirche im Hintergrund gehört zu Vieux Ferrette.

In der Nähe hätte man noch eine Zwergenhöhle, die Grotte des Nains, besuchen können. Aber diesen Besuch heben wir uns für später auf, vielleicht im Frühjahr, wenn die Wege und Pfade wieder besser begehbar sind.

Auf dem Rückweg kamen wir an der katholischen Kirche St. Bernard de Menthon vorbei. Sie stammt aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts, davor stand dort ein Bau aus dem 11. Jahrhundert, der zu einer Niederlassung der Mönche des Hospizes vom Grossen St. Bernhard gehörte.

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Durch das Dickicht hinter der Kirche entdeckte ich zum Abschluss per Zufall noch eine Statue vor der Felswand.

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Abschied vom Elsass (Bericht von 2016)…. – Update

….zumindestens vom Namen – offiziell. Und das alles wegen der Gebietsreform in Frankreich.             

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Elsässer Fahne

Hier im Elsass wird aber das Alsace von den Einheimischen weiter so genannt werden. Zu sehr haben alle gehofft und dafür gekämpft, dass die Region Alsace so bestehen bleibt – und am Ende doch verloren. Die Ortschilder hier in der Gegend tragen Trauerflor und ich kann mich gut an einen Abend vor dem entgültigen Beschluss erinnern, als Punkt 18.00 Uhr die Kirchenglocken läuteten in allen Gemeinden des Elsass, die gegen den Zusammenschluss waren.  

Der Zusammenschluss mit Lothringen wäre ja noch akzeptiert worden, sind die Menschen sich doch ähnlich, haben die selbe Kultur. Auch  haben beide Regionen die gleichen Sondergesetze aus dem Jahr 1871, die etwas besonderes sind. U.a. ist die Benutzung der Autobahnen mautfrei, der Karfreitag ist im Gegensatz zu Frankreich ein Feiertag und die Pfarrer der Gemeinden bekommen Lohn. Im übrigen Frankreich müssen sie von den Opfergaben der Kirchenbesucher leben. Die dritte Region Champagne-Ardenne ist weit weg und erstreckt sich bis an die Seine.

Aus diesen drei Regionen wurde am 1. Januar 2016 die Region ACAL, die Initialen von Alsace-Champagne-Ardenne-Lothringen. Diese Bezeichung ist vielen zu umständlich und zu bürokratisch. Deswegen wurden nun verschiedene Optionen vorgestellt: Nouvelle-Austrasie (Neu-Austrasien), Acalie (die Anfangsbuchstaben mit einer typisch französischen Endung), Grand Est und Rhin-Champage, begeistert ist man von keinem. Die Bevölkerung darf im Internet bis zum 1. April darüber abstimmen, welcher Name am besten gefällt. Das als Ausgleich dafür, weil die Bewohner des Elsass zum Zusammenschluss nicht angehört wurden. Dabei wäre das meiner Meinung nach viel sinnvoller gewesen. Das letzte Wort zur Namensgebung hat der französische Staatsrat. Er hat Zeit bis zum 1. Oktober.

Noch stehen nach der Grenze die alten Schilder, fragt sich nur wie lange noch. Die Elsässer haben es sicher nicht eilig damit sie auszutauschen. Sie haben mein vollstes Verständnis dafür.

….und auf meinem Nummernschild am Auto bleibt das Elsass auch erhalten.

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Update:

Seit dem 1. Januar 2021 ist das Elsass zurück und zwar als Europäische Kollektivität des Elsass (CEA = Collectivité  Europeenne d‘Alsace). Es entwickelt sich zu einer Gebietskörperschaft mit spezifischen und besonderen Zuständigkeiten. Das ist ein einzigartiges Modell in Frankreich.

Die Elsässer hatten sich nie mit der Gebietsreform abgefunden und für ein neues Elsass gekämpft. Hat das Elsass doch seine ganz eigene Geschichte. Die Bemühungen der Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin wurden von Erfolg gekrönt. Sie sind jetzt als EIN Département vereint. Zwar immernoch im Grand-Est, aber sie verfolgen eigene Ziele und haben das Ok der Zentralregierung in Paris.

So wurde dem Elsass die Verwaltung der Strassen und Autobahnen vom Staat übertragen. Das von den KFZ-Kennzeichen verschwunde Elsass-Logo kehrt zurück. Das Elsass legt auch grossen Wert auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Deutschland und der Schweiz. Die Zweisprachigkeit soll wie der elsässische Dialekt gefördert und das elsässische Kulturerbe gepflegt werden.

Das Ziel der Elsässer ist und bleibt aber eine Trennung von der Grossregion Grand-Est zur Region Elsass. Das bisher Erreichte wird nur als erster Schritt in diese Richtung gesehen.

Das ist das neue Symbol des Elsass, ein A (für Alsace) in einem Herz – manche nennen es auch eine Brezel 😉

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Kaysersberg, ein Idyll an der Elsässer Weinstrasse

Kurz vor Weihnachten nutzten wir die neue Freiheit uns tagsüber frei in ganz Frankreich bewegen zu dürfen zu einem Besuch von Kaysersberg, einem Ort an der Elsässer Weinstrasse, ca. 12 Kilometer nordwestlich von Colmar.

Kaysersberg, auch bekannt als Geburtsort von Nobelpreisträger Albert Schweitzer, war früher eine deutsche Reichsstadt. Der Stauferkaiser Friedrich II. (römisch-deutscher Kaiser) liess im 13. Jahrhundert über dem Ort eine Burg bauen, um über die wichtige römische Strasse, die das Elsass mit Lothringen verband, zu wachen.

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Im Jahr 1648 fiel Kaysersberg im Westfälischen Frieden an Frankreich. Nur zwischen 1871 und 1918 gehörte der Ort, wie ganz Elsass/Lothringen, vorübergehend wieder zu Deutschland.

Kaysersberg ist ein sehr idyllischer Ort und gehört zu den schönsten im Elsass.

P1040464_Bildgröße ändernStadtbefestigung

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Besonders in der Advents- und Weihnachtszeit ist der Ort in „normalen“ Jahren leider total überlaufen und man muss sich durch die Menschenmassen schieben. Das hatten wir uns in der Vergangenheit nur einmal angetan und danach nie wieder.

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Aber dieses Jahr ohne Weihnachtsmarkt bestand die Hoffnung, dass es etwas ruhiger zugeht. Wir wählten einen Tag unter der Woche und wirklich war kaum etwas los. Kein Stau schon an der Autobahnabfahrt, freie Parkplätze und wenig Menschen, die sich hauptsächlich an den Glühweinausschänken in offenen Fenstern einzelner Restaurants oder Gebäckverkäufern aufhielten.

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Die liebevoll dekorierten Fensterbänke und Fassaden sind typisch fürs Elsass….

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…und immer wieder sah man die nachgestellte Szene vom Stall in Bethlehem.

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So entspannt gefiel mir das Bummeln durch das mittelalterliche Städtchen.

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Und dann waren wir auch schon wieder am Ausgangspunkt angekommen.

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Der Spaziergang durch Kaysersberg schenkte ein Stück Weihnachtstimmung und steigerte die Vorfreude auf das Fest.

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